Vermögensverwalter
Julius Bär hinkt Wachstumsziel hinterher

Der Absturz der Aktienbörsen in China und in anderen Ländern belastet das Geschäft des Vermögensverwalters Julius Bär. Doch trotz des schwierigen Umfelds gibt es auch Lichtblicke.

ZürichDie Krise in den Schwellenländern macht der Schweizer Privatbank Julius Bär zu schaffen. Das Neugeldwachstum sank in den ersten zehn Monaten 2015 unter das mittelfristige Zielband von vier bis sechs Prozent der verwalteten Vermögen, wie das Institut am Dienstag bekanntgab, ohne allerdings genaue Zahlen zu nennen.

Der Neugeldzufluss aus Lateinamerika und Osteuropa sei ins Stocken geraten. Zudem litt Bär darunter, dass Kunden in Frankreich und Italien in Zusammenhang mit der Aufweichung des Bankgeheimnisses Mittel abziehen. Die Anleger reagierten verschnupft, die Aktie sackte um 3,3 Prozent ab.

Dank der Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch in Indien und der Leumi Private Bank kletterten die verwalteten Vermögen dennoch auf den Rekordstand von 297 Milliarden Franken. Rund die Hälfte der verwalteten Vermögen betreut Bär von Kunden aus Schwellenländern.

Wie beim Branchenführer UBS macht auch Bär der Absturz der Börsen in China und anderen Ländern zu schaffen. Die verunsicherten Anleger halten still statt Aktien zu handeln, den Banken spülte das in den ohnehin ruhigen Sommermonaten weniger Gebühreneinnahmen in die Kassen.

Auch bei Bär verschlechterten sich die Erträge gemessen an den verwalteten Vermögen. Dank Sparmaßnahmen konnte das Zürcher Institut die Vorsteuer-Gewinnmarge aber auf Zielkurs halten.

Trotz des schwierigen Umfeldes peilt Bär weitere Zukäufe an. Die 20-Prozent-Beteiligung am italienischen Vermögensverwalter Kairos wollen die Schweizer auf eine Mehrheit aufstocken. Bär habe entsprechende Verhandlungen mit den Partnern aufgenommen.

In einem zweiten Schritt soll dann ein Minderheitsanteil an die italienische Börse gebracht werden. Damit würde Bär wieder mehr Geld für weitere Zukäufe zur Verfügung stehen. „Als einer der größten reinen Vermögensverwalter ist Bär gut positioniert, bei der Konsolidierung des globalen Wealth Managements eine aktive Rolle zu spielen", erklärte Michael Kunz, Analyst der Zürcher Kantonalbank. Dies gelte etwa für Asien, wo kleinere Konkurrenten angesichts fehlender Volumen mittelfristig das Handtuch werfen dürften, so der Analyst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%