Verschlankung
Deutsche Bank will Immobilienfonds auslagern

Die Deutsche Bank verhandelt mit der Depotbank BNY Mellon über einen Outsourcing-Vertrag zur Verwaltung ihrer Immobilienfonds. Mit der Auslagerung treibt die Bank die Verschlankung ihrer Vermögensverwaltung weiter voran.
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FrankfurtDie Deutsche Bank treibt die Verschlankung ihrer Vermögensverwaltung voran. Ihre Immobilienfonds sollen künftig von der Depotbank BNY Mellon verwaltet werden, wie der US-Konzern am Donnerstag mitteilte. Im Rahmen eines Outsourcing-Vertrags, über dessen Details beide Seiten noch verhandeln, werde BNY Mellon die Betreuung von Fonds im Volumen von 48 Milliarden Dollar übernehmen. Wenn es zu einem Vertragsabschluss kommt, sollen auch rund 80 Mitarbeiter von Deutsche Bank Asset & Wealth Management (AWM) zu BNY Mellon wechseln. Damit würde der Personalabbau in der Sparte fortgesetzt. Aufsichtsbehörden und Betriebsräte müssen allerdings noch grünes Licht geben.

Deutschlands größtes Geldhaus ist seit 2012 dabei, seine ertragsschwache Vermögensverwaltung umzubauen und auf Rendite zu trimmen. Bis 2015 soll die Sparte einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro abwerfen. Neben einem Stellenabbau soll dazu auch der Schulterschluss mit BNY Mellon beitragen. "Dank dieser Partnerschaft können wir durch die globale Präsenz und Ressourcen eines der weltweit führenden Wertpapierverwahrers unsere operative Effizienz verbessern", erklärte Deutsche-Bank-Manager Pierre Cherki.

Die Vermögensverwaltung des Frankfurter Instituts verwaltet weltweit ein Vermögen von 934 Milliarden Euro. Sie umfasst künftig die gesamte Produktpalette von aktiv gemanagten Fonds bis passiven Index-Produkten und bedient den einfachen Kleinsparer gleichermaßen wie die reichen Privatkunden und Profi-Anleger wie Versicherer und Pensionskassen.

Die Deutsche Bank und BNY Mellon gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit bei den Immobilienfonds noch vor Jahresende eingetütet wird. BNY soll sich künftig unter anderem um die Fondsbuchhaltung kümmern und die Anleger über die Entwicklung ihrer Immobilienfonds informieren. Der US-Konzern betreut seit 1931 Kunden in Deutschland und beschäftigt nach einigen Zukäufen hierzulande mittlerweile knapp 650 Mitarbeiter. BNY-Manager Thomas Brand sieht gute Chancen für weiteres Wachstum in der Immobilienfondsverwaltung, da Investoren verstärkt auf alternative Anlagen setzen und die Anforderungen der Aufsichtsbehörden in diesem Bereich gestiegen sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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