Versicherer
Abschreibungen verhageln Zurich das Quartal

Der zweitgrößte europäische Versicherer muss einen herben Verlust wegstecken. Gegenüber dem Vorjahr ist der Reingewinn um 62 Prozent eingebrochen.
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ZürichWertberichtigungen und die Aufstockung der Schadenreserven in Deutschland haben dem Schweizer Versicherungskonzern Zurich Insurance Group das dritte Quartal verhagelt. Der Reingewinn brach gegenüber dem Vorjahr um 62 Prozent auf 477 Millionen Dollar ein, wie Zurich am Donnerstag mitteilte. Der gemessen an der Marktkapitalisierung zweitgrößte europäische Versicherer verdiente damit deutlich weniger als von Analysten prognostiziert. Diese hatten im Schnitt mit 756 Millionen Dollar gerechnet.

Abschreibungen und die Aufstockung von Schadenreserven in Deutschland schmälerten den Gewinn um rund 400 Millionen Dollar, sagte Finanzchef Pierre Wauthier. Zurich kam nach einer Überprüfung seines Sachversicherungsgeschäfts zum Schluss, dass die Schadenreserven vor allem für Haftpflichtversicherungen mit langer Abwicklungszeit zu gering sind und ein Teil der Abschlusskosten abgeschrieben werden müssen. Beispiele dafür sind Versicherungen für Ärzte, Architekten oder Ingenieure. Kommen durch Kunstfehler eines Arztes oder durch Baumängel Menschen zu Schaden, kann das teuer werden.

Die Überprüfung in Deutschland laufe noch, weitere Abschreibungen drohen aber nicht, betonte Wauthier. "Deutschland ist wirklich eine einmalige Angelegenheit." Zurich sei überzeugt, dass es in der Schadensversicherungssparte keine ähnlichen Vorkommnisse dieser Tragweite gebe.

Das Deutschlandgeschäft verdarb Zurich auch die operative Leistung. Zwar stiegen die Prämieneinnahmen um fünf Prozent auf 12,22 Milliarden Dollar. Die Sachversicherung, die rund zwei Drittel des Geschäfts ausmacht, arbeitete nicht rentabel, obwohl teure Großschäden ausblieben: Der Schadenkostensatz betrug 102,8 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt. 7,5 Prozentpunkte Anstieg waren auf die Maßnahmen in Deutschland zurückzuführen.

Auch an den Kapitalmärkten verdiente Zurich im Gegensatz zu Branchenprimus Allianz und anderen Konkurrenten weniger gut. Einen konkreten Ausblick gab der Konzern wie üblich nicht.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Einen gepflegten Gruß in die noch stille Runde …

    Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sind derzeitige Wertberichtigungen und Aufstockungen von Schadenreserven eher weniger ein Problem langwieriger Abwicklungs- und Gerichtsverfahren als vielmehr unabwendbarer Folgeschaden einer kaufmännisch nicht zu vertretenden Personal-, Vertragswerbe- und Annahmepolitik.

    Versuchen Mitarbeiter, die evtl. vorher beim Wettbewerber angestellt waren, Marktanteile anhand alter Kundenlisten in der Art zu gewinnen, dass Haftpflichtverträge mit der seriösen (Langfristvor-)Kalkulation eines anderen Anbieters um bis zu mehrfach zweistellig unterboten werden, ist das oben beschriebene Szenario unabwendbarer Folgeschaden eines sich realisierenden Spätschadens.

    Serien- als auch Spätschadenproblematik sind und bleiben halt Themen, dessen Komplexität selbst für manchen Juristen eine echte Herausforderung darstellt.

    In diesem Sinne Ihnen allen einen schönen Tag wünscht

    Ihr Versicherungsmaklerbureau

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