Versicherer AIG
Der undankbarste Aktionär der Welt

Die US-Regierung bewahrte AIG in der Finanzkrise mit 182 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch. Nun klagt ausgerechnet der ehemalige Chef des Versicherers gegen den Staat.
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New YorkUm die Rettung des US-Versicherungsunternehmens AIG kommt es zum Prozess. Die US-Regierung scheiterte mit ihrem Versuch eine 25 Milliarden Dollar schwere Klage des früheren Konzernchefs Maurice „Hank“ Greenberg abweisen zu lassen.

Richter Thomas Wheeler von einem Bundesgericht, das sich mit Forderungen gegen die US-Regierung befasst, kam zu dem Schluss, dass wegen der Komplexität des Falls ein Prozess angebracht ist. Das Verfahren wird am 29. September beginnen und wahrscheinlich sechs Wochen dauern.

Die US-Regierung bewahrte AIG 2008 mit 182 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch. Dagegen klagt Greenberg mit Hilfe seiner Holdinggesellschaft Starr International, die vor der Rettungsaktion zwölf Prozent an AIG besaß und damit größter Anteilseigner des Unternehmens war. Greenberg selbst war zum Zeitpunkt der Rettung nicht mehr Konzernchef, besaß aber noch viele Papiere des Versicherers.

Die Regierung übernahm 80 Prozent an AIG und vollzog eine Zusammenlegung von Aktien. Dadurch wurden Anteile verwässert.

Nach Darstellung Greenbergs entgingen AIG-Aktionären damals Dutzende Milliarden Dollar. Der Anwalt von Starr und Greenberg sagte, die Entscheidung spreche für sich. Eine Sprecherin des US-Justizministeriums wollte sich nicht dazu äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Versicherer AIG: Der undankbarste Aktionär der Welt"

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  • Hat irgendjemand von geldorientierten -um das Wort gierig
    zu vermeiden- neoliberalen Kreisen etwas anders erwartet? Hätte die US-Regierung damals nicht eingegriffen, wäre der Wert von AIG auf null gesunken. Da sind die 80 Prozent Aktienübernahme durch den Staat und damit verbundene sogenannte Verwässerungstendenzen beim Aktienwert noch milde dagegen. Aber das interessiert Neoliberale mit FDP-Touch nicht. Da heißt es seit eh und je: Erfolge privat einstreichen und
    Mißerfolge möglichst auf die Allgemeinheit abwälzen. FDP-Chef und KFW-Kreditversenker Lindner läßt freudig grüßen.

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