Versicherer
Allianz im Vorwärtsgang

Die Allianz startet mit starken Zahlen ins laufende Jahr. Vor allem die US-Vermögensverwaltungstochter Pimco scheint wieder auf Kurs. Doch der Versicherer bleibt bei der Jahresprognose vorsichtig.
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MünchenDie wichtigste Botschaft hatte Oliver Bäte bereits ausposaunt. „Wir hatten einen guten Start in das Jahr 2017“, rief der Allianz-Chef bereits am Mittwoch vergangener Woche den versammelten rund 3.200 Investoren auf der Hauptversammlung zu. Der operative Gewinn sei im ersten Quartal nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gestiegen. Es ist ein positives Bild, das Europas größter Versicherungskonzern am Freitag bei der Vorlage der endgültigen Zahlen, die nun auch die Gewinne der einzelnen Sparte ausweisen, nicht mehr grundlegend revidieren muss.

So hat die Allianz-Vermögensverwaltungstochter Pimco das Schlimmste offensichtlich hinter sich. Im ersten Quartal flossen dem kalifornischen Fondsanbieter neue Gelder in Höhe von 21 Milliarden Euro von den Kunden zu. „Die Nettomittelzuflüsse Dritter bei Pimco nahmen an Fahrt auf aufgrund der überdurchschnittlichen Entwicklung in mehreren Anlagestrategien“, erklärte Finanzvorstand Dieter Wemmer den Zuwachs. Insgesamt, also einschließlich der deutschen kleineren Vermögenstochter Allianz Global Investors (AGI), wuchs das für Dritte verwaltete Vermögen in der Sparte im Vergleich zum Vorjahr um 42 Milliarden auf 1,4 Billionen Euro. Die auf Anleihen spezialisierte Pimco war vor drei Jahren in die Krise gerutscht.

Die Mittelzuflüsse und Kostensenkungen trieben das operative Ergebnis in der Sparte um 24 Prozent auf 572 Millionen Euro. Die Asset-Management-Sparte war damit neben der Lebensversicherung hauptverantwortlich für den deutlichen Anstieg des operativen Gewinns. Die Beitragseinnahmen im Bereich Leben stiegen um 1,3 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung ging das operative Ergebnis dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 12,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Neben hohen Sturmschäden zehrte am Ergebnis auch eine staatliche Neuregelung für Unfallopfer in Großbritannien, die künftig höhere Ansprüche gegen Versicherer haben. „Der Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung ist auf einem guten Weg, das Gesamtjahresziel zu erreichen“, betonte Wemmer jedoch.

Beim Jahresausblick bleibt der Konzern allerdings weiter vorsichtig. „Mit diesen Ergebnissen ist die Gruppe auf dem Weg, das operative Ergebnisziel für das Gesamtjahr von 10,8 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse, Krisen oder Naturkatastrophen, zu erreichen“, sagte Wemmer und erneuerte damit die Prognose des Dax-30-Konzerns für das laufende Jahr.

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