Versicherer
Arbeitnehmer greifen Ergo-Führung an

Es rumort am Rhein: Die Düsseldorfer Versicherung hat zahlreiche Angebote für Ergo Leben und Victoria Leben eingesammelt, doch der Haussegen hängt schief: Gewerkschafter kritisieren das Management massiv.
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FrankfurtDer Versicherungsriese Ergo steht vor einer beispiellosen Entscheidung: Das Unternehmen überlegt, sich von seinem wenig lukrativen Geschäft mit Lebensversicherungen zu trennen. Sechs Millionen Policen der Ergo Leben und Victoria Leben könnten auf einen Schlag den Besitzer wechseln – es wäre der größte Verkauf eines Bestandes, den es bisher in Deutschland gegeben hätte. Bei vielen Spezialabwicklern und einigen Finanzinvestoren weckt diese Aussicht bereits großes Interesse. Bei großen Teilen der Ergo-Belegschaft schürt es aber ein anderes Gefühl: Unmut.

Rund 5000 Unterschriften haben Mitarbeiter bereits in wenigen Wochen mit einer Online-Petition gegen den möglichen Verkauf innerhalb weniger Wochen eingesammelt, wie das Handelsblatt erfuhr. Vor einer am Donnerstag einberufenen Betriebsräteversammlung am Hauptsitz Düsseldorf ist die Stimmung angespannt. Erneut kritisieren führende Arbeitnehmervertreter das Management massiv wegen der Pläne.

Für Ergo-Boss Markus Rieß könnte die erwogene Veräußerung von bis zu sechs Millionen Policen damit zur Kraftprobe werden. Rieß, der derzeit auch als Kandidat für den Chefposten der Deutschen Börse gehandelt wird, hatte sich vor gut einem Jahr eigentlich entschieden, die Bestände selbst abzuwickeln. Ende September kündigte das Unternehmen jedoch an, mit einem Verkauf der beiden Töchter Ergo Leben, der früheren Hamburg-Mannheimer, und der Victoria zu liebäugeln.
Rund sechs Millionen Policen mit teils hohen Zinsgarantien haben die beiden Anbieter, die bis heute hohe Kapitalreserven binden. Inzwischen habe der Run-off-Markt aber an Fahrt gewonnen, hatte Rieß damals als Begründung dem Handelsblatt gesagt. Es gebe aber noch keine Entscheidung, ob der Konzern sich tatsächlich von den Lebensversicherungen trennen wolle.

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