Versicherer
Cyberangriffe treiben Kosten langfristig nach oben

Unternehmen sollten mehr langfristige Kosten durch Cyberangriffe einplanen. Der Versicherungsmarkt Lloyds of London wirft Firmen vor, sie würden genau das nicht tun und die Konsequenzen solcher Angriffe unterschätzen.
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London/SydneyUnternehmen in Europa unterschätzen nach Ansicht des Versicherungsmarktes Lloyds of London die langfristigen Kosten von Cyberangriffen. Sie müssten sich auf einen Abgang von Kunden, fallende Aktienkurse und mögliche weitere Konsequenzen einstellen, teilte Lloyds of London am Mittwoch im Rahmen einer einer Studie zusammen mit den Beratern von KPMG und der Anwaltskanzlei DAC Beachcroft mit.

„Es fehlt an Verständnis dafür, was ein Cyberangriff eigentlich ist“, sagte Lloyds-Chefin Inga Beale. Lloyds of London bietet Versicherungen gegen Cyberangriffe an und hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent. Auch der US-Konzern AIG will in Europa vermehrt mit Cyber-Versicherungen wachsen, wie der zuständige Manager dem „Handelsblatt“ sagte.

Derzeit berichten Unternehmen weltweit von einer groß angelegten Cyberattacke. Dabei kam es zu massiven Computerproblemen durch Schadsoftware, zunächst vor allem in der Ukraine und Russland. Opfer waren etwa der größte russische Ölkonzern Rosneft, der internationale Flughafen der Ukraine und die weltgrößte Reederei A.P. Moller-Maersk mit Sitz in Dänemark. Ebenfalls betroffen waren die Deutsche Post und Metro, deren IT-Systeme in der Ukraine attackiert wurden. Jüngstes Opfer ist nach Gewerkschaftsangaben eine Schokoladen-Fabrik von Cadbury in Australien, wo die Produktion nach dem Angriff gestoppt wurde.

Nach Auskunft von Experten verschiedener Firmen handelt es sich nun um die Erpresser-Software „Petya“. Sie setze Computer außer Gefecht, indem sie deren Festplatten verschlüssele. Zugang erhielten die Geschädigten erst wieder nach Zahlung eines Lösegeldes. Fachleute zogen Parallelen zu dem Angriff mit dem Schadprogramm „WannaCry“, der Mitte Mai rund um den Globus Computer lahmgelegt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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