Versicherer setzen verstärkt auf das Internet: Preisrutsch bei Autopolicen geht weiter

Versicherer setzen verstärkt auf das Internet
Preisrutsch bei Autopolicen geht weiter

Die Autoversicherer werden ihren Preiskampf wohl auch 2008 weiterführen. Die Tendenz zum Angebot neuer günstiger Tarife dürfte sich bei vielen Anbietern fortsetzen, erwartet der Arbeitskreis Versicherungsmärkte des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Für einzelne Geschäftsfelder wie etwa im Großkundengeschäft (Flottengeschäft) wird sogar erneut mit einem besonders heftigen Preiswettbewerb gerechnet.

KÖLN. Seit drei Jahren bröckeln die Preise in der Autoversicherung auf breiter Front. Bisher ging die Branche, getragen von Aussagen der Marktführer Allianz und Huk-Coburg, davon aus, den Preisverfall zu stoppen und möglichst die Prämien wieder anheben zu können. Nach bisher vorliegenden Zahlen dürfte das gesamte Prämienaufkommen 2007 um 1,8 Prozent auf 20,8 Mrd Euro gesunken sein. Längst sind die Preise für eine Kfz-Versicherung so niedrig wie zuletzt Ende der 90er-Jahre. Für 2008 rechnet der GDV-Arbeitskreis mit einem weiteren Rückgang des Prämienaufkommens um zwei Prozent.

Die Autoversicherung macht 38 Prozent des Beitragsaufkommens der Schaden- und Unfallversicherung aus und bleibt mit Abstand die größte und wichtigste Einzelsparte. Parallel zur Beitragsentwicklung verschlechtert sich die kombinierte Schaden- und Kostenquote auf voraussichtlich 101 (95,4) Prozent. Die Kosten für Schäden und die Verwaltung der Verträge übersteigen die Prämieneinnahmen also bereits um einen Cent. Einen solchen Verlust gab es zuletzt 2002; finanziert wird er aus Erträgen der Kapitalanlagen. Da Schäden in der Autoversicherung oft nur über viele Jahre abgewickelt werden können, wie etwa bei schweren Personenschäden, sind die Kapitalanlagen für die Sparte relativ hoch. Hinzu kommt die in den letzten Jahren günstige Schadensituation: In guten Schadenjahren müssen Versicherer Rückstellungen bilden, die sie in Perioden mit überdurchschnittlich hohen Schäden wieder auflösen dürfen. Diese Schwankungsrückstellung ist dank günstiger Schadenentwicklung gut gefüllt und birgt damit ein weiteres Polster für Kapitalerträge.

Eine Schaden- und Kostenquote, die nur wenige Punkte über 100 Prozent liegt, dürfte damit für ein knapp ausgeglichenes Ergebnis reichen.

Nach Beobachtung des Fitch-Analysten Christos Stavrianidis bessern die Autoversicherer den Ausweis ihrer Schaden- und Kostenquoten zunehmend auch durch Abwicklungsgewinne auf. Diese fallen immer dann an, wenn weniger von den Rückstellungen aufgebraucht wird, als ursprünglich kalkuliert wurde. Laut Stavrianidis haben die Abwicklungsgewinne bei einzelnen Versicherern schon 2006 „erheblich“ über dem langjährigen Durchschnitt gelegen.

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