Versicherer stellt 500 Verkäufer ein – Im laufenden Jahr werden vor allem Schaden- und Unfallversicherungen abgesetzt: Ergo-Konzern baut Vertrieb aus

Versicherer stellt 500 Verkäufer ein – Im laufenden Jahr werden vor allem Schaden- und Unfallversicherungen abgesetzt
Ergo-Konzern baut Vertrieb aus

Der Düsseldorfer Ergo-Konzern geht in die Vertriebsoffensive. „Dieses Jahr stellen wir wie im Vorjahr 500 neue hauptberufliche Verkäufer ein“, sagte Götz Wricke dem Handelsblatt. Er verantwortet innerhalb des Ergo-Konzerns das neu geschaffene Lebensversicherungssegment mit den Gesellschaften Hamburg-Mannheimer, Victoria Leben und Karstadt-Quelle.

HAMBURG. Der Ausbau der Vertriebsorganisationen sei derzeit die größte Herausforderung für die Branche. „In Anbetracht der Vielzahl und Komplexität der neuen Altersvorsorgeprodukte ist eine Weiterqualifizierung unserer Verkäufer dringend erforderlich“, sagt Wricke.

Gleichwohl sollen die Ergo-Vertriebe den Kunden in diesem Jahr vor allem Schaden- und Unfallpolicen schmackhaft machen. „Wir meinen, dass wir mit dem Schaden- und Unfallgeschäft derzeit mehr verdienen können als mit dem Lebensversicherungsgeschäft“, begründet Wricke die strategische Entscheidung. Hauptgrund sei die günstige Schaden-Kosten-Quote des Konzerns in dem Geschäftsfeld. Sie betrug vergangenes Jahr 90,1 Prozent. Ab einer Quote von unter 100 erzielt ein Versicherer aus den Prämieneinnahmen abzüglich der Schadenaufwendungen einen Gewinn. Die gesamte Branche profitierte von der geringen Schadenzahl in 2004.

Wricke macht aber auch keinen Hehl daraus, dass das Schaden- und Unfallgeschäft derzeit deutlich besser bei den Aktionären ankommt. Der Grund liegt auf der Hand: Ein Versicherer kann uneingeschränkt über die Gewinne dieser Sparte verfügen. Dagegen schreibt der Gesetzgeber in der Krankenversicherung vor, mindestens 80 Prozent, und in der Lebensversicherung, mindestens 90 Prozent seines Überschusses an die Kunden auszuschütten. Gleichzeitig tragen die Aktionäre die Verluste voll. „Diese asymmetrische Risikoverteilung ist vielen Aktionären erst während der Kapitalmarktkrise schmerzlich bewusst geworden“, sagt Wricke. Doch bislang sind alle Versuche der Versicherungsbranche gescheitert, diese so genannte 90:10-Regelung zu ändern.

Hauptaktionär der Ergo ist die Münchener Rück. Früher achtete der weltgrößte Rückversicherer auf Distanz zur Ergo. Doch die hat Konzernchef Nikolaus von Bomhard mittlerweile aufgegeben. Schließlich hatte die Ergo großen Anteil an den schlechten Ergebnissen der Münchener, die 2003 einen Jahresverlust von 434 Mill. Euro gemacht hatten.

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