Versicherer
Talanx – ein Konzern holt auf

Vor einigen Jahren ächzte der Versicherer Talanx noch unter hohen Kosten. Doch eine angeschobene Restrukturierung zeigt Wirkung. Der Konzern machte Belastungen durch den Zyklon „Debbie“ zum Jahresstart mehr als wett.
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FrankfurtEuphorie ist Herbert Haas nicht anzumerken. „Mit dem Ergebnis des ersten Quartals haben wir eine solide Ausgangsposition geschaffen, um unser Konzerngewinn-Ziel von rund 800 Millionen Euro zu erreichen“, kommentierte der Vorstandschef des Versicherungskonzerns Talanx nüchtern am Montag die Ziffern für das erste Quartal des Jahres. Doch die Zahlen, die Haas am Montag zusammen mit Finanzchef Immo Querner vorlegte, können sich durchaus sehen lassen und übertrafen auch die Erwartungen der Analysten.

So machte der vom Vorstandschef eingeleitete Sanierungskurs nach Belastungen durch Zyklon „Debbie“ und andere Katastrophen zum Jahresstart mehr als wett. Unter dem Strich stand im ersten Quartal dank leicht gesenkter Betriebskosten ein Gewinn von 238 Millionen Euro und damit sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ein Konzern holt auf. Vor einigen Jahren ächzte das im MDax notierte Unternehmen noch unter hohen Kosten, einer uralten IT sowie massiven Problemen auf dem wichtigen Heimatmarkt. Aber inzwischen zeigt der von Haas eingeleitete Kurs immer deutlicher Wirkung. So startete der Konzern, zu dem der Rückversicherer Hannover Rück sowie die Marken HDI und Neue Leben zählen, gut ins laufende Jahr.

Trotz einer höheren Belastung durch Großschäden blieb von den Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft im ersten Quartal prozentual gleich viel übrig wie ein Jahr zuvor. Die Zerstörungen durch Zyklon „Debbie“ in Australien kosteten den Konzern 50 Millionen Euro. Das entspricht der Summe, die bereits die Hannover Rück genannt hatte. Talanx hält die Mehrheit an dem weltweit drittgrößten Rückversicherer, der deshalb komplett in die Konzernzahlen eingeht.

Haas erntet damit auch die Früchte einer eingeleiteten Restrukturierung. Vor zwei Jahren entschied sich der Konzern, aus dem Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen auszusteigen und kündigte später eine grundlegende Sanierung seines Deutschlandgeschäfts mit Privatkunden an. Haas wechselte die gesamte Führung des Geschäftsbereichs aus.

Der neue Deutschland-Privatkundenchef Jan Wicke soll nun die Wende bringen - und alte Sünden vergessen machen. Denn Talanx ist in der heutigen Form ein Ergebnis der Übernahme der Gerling-Gruppe in Köln durch HDI in Hannover. Seither fusionierten die Industrieversicherer erfolgreich, aber im Privatkundenbereich klemmte es, was der Konzern nun ändern möchte. Ab dem Jahr 2020 sollen dank der Investitionen die Kosten jedes Jahr um 240 Millionen Euro niedriger liegen.

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