Versicherer
Teure Schutzweste für Manager

Kaum ein großes Unternehmen kommt mehr ohne eine sogenannte D&O-Versicherung für seine Führungskräfte aus. Dennoch hält sich die Freude unter den Versicherern in Grenzen: Für viele sind die Policen ein Zuschussgeschäft.
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FrankfurtFür viele Topmanager gehört sie inzwischen dazu wie der Dienstwagen und die Miles&More-Karte: die D&O-Versicherung, die ein mögliches Fehlverhalten der Führungsleute absichert. Das hat triftige Gründe: Die Zahl der Fälle, in denen Chefs von ihren Firmen verklagt werden und die Versicherung einspringen muss, ist in Deutschland in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen.

Nach einer Studie der Allianz verdreifachte sich in Deutschland innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte die Anzahl der Fälle, in denen Großkonzerne einen Schaden bei den Versicherern geltend machten – und in den USA steuern die Aktionärsklagen auf einen neuen Rekord zu. Dennoch hält sich die Freude unter den Versicherern über den wachsenden Bedarf in engen Grenzen. Denn für viele Assekuranzen sind die Policen in Deutschland wegen der vielen Schäden bisher vielfach ein Zuschussgeschäft.

Die wachsende Klagelust bei möglichen Managerfehlern vermasselt vielen Assekuranzen das Geschäft. Nach internen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft macht die Branche mit diesen Spezialversicherungen jährlich mehr als 100 Millionen Euro Verlust, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag berichtete.

Laut den internen GDV-Zahlen betrug der Schadensaufwand pro Vertrag demnach 2016 genau 3944 Euro – deutlich mehr als die 3656 Euro, die die Versicherer pro Vertrag durchschnittlich an Prämie kassierten. Der Verband selbst lehnte einen Kommentar ab. Grundsätzlich äußere sich der GDV niemals über interne Daten, sagte ein Sprecher.

Deutschland zählt inzwischen zusammen mit den USA und Australien zu den Ländern mit den meisten D&O-Schadenfällen, wie aus Zahlen des zum Allianz-Konzern zählenden Spezialversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) hervorgeht. Allein in Deutschland verdreifachte sich demnach die Zahl der D&O-Schadenfälle von Großunternehmen, bei denen das Branchenschwergewicht AGCS involviert war, in den vergangenen 20Jahren von 40 bis 50 auf rund 120 jährlich. Nicht nur die Zahl der D& O-Schadenfälle steigt dabei, die Streitfälle werden auch immer häufiger erst nach langwierigen Verhandlungen vor Gericht beigelegt.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es die aus dem USA kommende Versicherungsform auch in Deutschland. Anfangs waren die Policen, die nach dem US-Vorbild „Directors and Officers Liability“, kurz D&O, genannt wurden, vor allem bei großen internationalen Konzernen zu finden. Heute verfügen aber auch viele mittelständische Firmen über eine solche Police, um gegebenenfalls Ansprüche gegen die Geschäftsführung abdecken zu können.

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