Versicherer und das Vorbild Amazon: Die Versicherer waren mal Vorreiter

Versicherer und das Vorbild Amazon
Die „Wilde Dreizehn“ berät über die eigene Zukunft

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Die Versicherer waren mal Vorreiter

Wesentlicher Antrieb ist, dass der Kunde sein Verhalten in den vergangenen Jahren massiv verändert hat. „Der Kunde hat heute von Amazon oder Apple ein ganz anderes Kundenverständnis und erwartet das auch von seinem Versicherer“, beobachtet Florian Dreifus, der SAP-Verantwortliche, beim Blick auf andere Branchen. Dort erleben Kunden zum Teil schon seit Jahren Individualität, Flexibilität und Transparenz.

„Die Versicherer hinken in der Entwicklung von Mehrwerten hinterher“, findet auch Fred Wagner, der Leipziger Professor. Allerdings mit einer gewissen Einschränkung. Rechtliche Restriktionen wie beispielsweise der Datenschutz würden von den Versicherern wie kaum einer anderen Branche vorbildlich beachtet. „Aber das macht es ihnen auch schwerer, zugeschnittene Lösungen anzubieten“, so Wagner.

Umgekehrt haben die Versicherer gerade wegen ihrer vielen Datenquellen auch große Vorteile im Vergleich zu anderen Branchen. „Sie verfügen über viel Know-how in Bezug auf die gezielte Analyse von Daten“, lobt SAP-Experte Dreifus. Gerade in den kommenden Jahren werde dieses Thema an Bedeutung gewinnen.

Kaum einer weiß heute noch, dass es während der ersten Welle der Digitalisierung in den 1970er-Jahren ausgerechnet die Versicherer waren, die die Speerspitze der IT-Revolution darstellten. Erst danach zogen andere Industrien vorbei. Dass es bei den Versicherern aber auch heute anders geht, beweisen Institute aus Skandinavien und aus Asien. Sie sind bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle deutlich weiter.

Damit das auch in Deutschland gelingt, mussten das Insurhub Widerstände in den Köpfen der Teilnehmer überwinden. „Kritisch war es nur am Anfang, als es Vorbehalte gab, nur nicht zu viel aus dem eigenen Haus preiszugeben“, berichtet Uni-Professor Wagner. Doch so denke heute keiner mehr. Stattdessen gelte die Devise, dass alles, was im Lab produziert werde, auch allen gehöre. Ohnehin könne er sich Digitalisierung ohne Kooperationen nicht vorstellen.

Noch bis Ende Oktober soll das Projekt laufen, eine Fortsetzung in anderer Form ist denkbar. Einige Anfragen anderer Häuser, die gerne auch dabei wären, gibt es bereits. „Intern läuft gerade die Diskussion, wie wir damit umgehen“, erzählt Berater Christian Mylius. Einerseits müsse man vorsichtig sein, um die Dynamik im Lab zu erhalten, andererseits sollte es aber auch möglich sein, den einen oder anderen Teilnehmer noch aufzunehmen. Frische Impulse seien schließlich immer gefragt.

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