Versicherer

Wohin mit dem ganzen Geld?

In der Schuldenkrise wird es für die Versicherer immer schwerer, sichere Anlagen für die Gelder ihrer Kunden zu finden. Deshalb müssen sie ihre Strategien überdenken. Ist das Geld bei Firmen oder Staaten anzulegen?
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Die Tresore der Versicherer sind zwar inzwischen deutlich sicherer als dieses historische Modell - dafür lässt die Sicherheit der Anlagen zu wünschen übrig. Quelle: AFP

Die Tresore der Versicherer sind zwar inzwischen deutlich sicherer als dieses historische Modell - dafür lässt die Sicherheit der Anlagen zu wünschen übrig.

(Foto: AFP)

FrankfurtDie Versicherer bewegen Geld, viel Geld. Rund 1,4 Billionen Euro haben die deutschen Versicherer an den Kapitalmärkten angelegt. Sie sind damit ein wichtiger Finanzierer von Unternehmen, Banken und Staaten. Doch die Anlageentscheidungen werden immer schwieriger: Wo kann man bei der Krise an den Finanzmärkten noch sicher und halbwegs rentabel das Geld der Kunden anlegen?

"Wir haben so etwas wie einen Anlagenotstand", sagt der Chef der Württembergischen Lebensversicherung, Norbert Heinen. Und auch der Schweizer Rückversicherer Swiss Re wird deutlich: "Das Rekordtief bei den Zinsen ist der größte Schock für die Branche in den letzten drei Jahren gewesen."

Wenn die Krise, aber auch neue Aufsichtsregeln das Anlageverhalten der Versicherer verändern, kann dies weitreichende Folgen für Staaten, Unternehmen und Banken haben. Die Versicherer stecken dabei in der Zwickmühle: Einerseits hält sie die Schuldenkrise vom Kauf mancher Staatsanleihen ab, entweder weil sie riskant sind oder wenig Zinsen bringen. Andererseits setzen die neuen Aufsichtsregeln Solvency II, die ab 2013 gelten werden, klare Anreize, eher in europäische Staatsanleihen zu investieren als in Bank- und Unternehmensanleihen oder Aktien.

Dieses Fazit zog die Ratingagentur Standard & Poor's: Die anstehende Einführung strengerer regulatorischer Rahmenbedingungen für Banken und Versicherungen würden wahrscheinlich die Kreditaufnahme für europäische Unternehmen stärker verteuern als für Unternehmen in den USA. "Aufgrund unserer Simulationen und bestimmter Annahmen kommen wir zu dem Ergebnis, dass die zusätzlichen Kosten für die Kreditaufnahme von Unternehmen in der Euro-Zone sehr hoch wären und sich zwischen 30 Milliarden und 50 Milliarden Euro pro Jahr bewegen könnten, wenn die Regulierungen umfassend umgesetzt sind", sagt Blaise Ganguin, Standard & Poor's Chief Credit Officer für Europa.

Eine 2-Euro Münze. Quelle: dpa

Eine 2-Euro Münze.

(Foto: dpa)

"Die Folgen von Solvency II für den Markt für Unternehmensanleihen sind womöglich signifikant", urteilt auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Historisch gesehen, seien die Versicherer in diesem Bereich immer ein großer Investor gewesen. Sie hielten mehr als 30 Prozent der angebotenen Unternehmensanleihen, schreiben die Autoren, wobei sie unter Unternehmensanleihen auch Covered Bonds fassen, also mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckte Anleihen von Banken. Gerade für lang laufende und schlechter bewertete Unternehmensanleihen müsste künftig so viel Kapital vorgehalten werden, dass sie unattraktiv werden könnten, befürchten die Experten.

Staatsanleihen sind nicht wirklich sicher
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12 Kommentare zu "Versicherer: Wohin mit dem ganzen Geld?"

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  • Bitte mal erstmal informieren was Unternehmensanleihen und Staatsanleihen sind. Gibt doch genug Seiten im Internet um sich zu informieren wie http://www.1x1-boerse.de/anleihen.html

    Was ist sicherer Siemens Geld zu geben, damit diese investieren und Werte schaffen können oder Griechenland etc. Geld zu geben. Außerdem müssen Versicherer bei Unternehmensanleihen Eigenkapital unterlegen und Staaten bei Staatsanleihen nicht. Auch dies ist ein großes Problem. Soll also Griechenland etc sicherer sein als Siemens & Co.? Das glaubt wohl kaum einer.

  • Macht euch nicht so viel Gedanken.....die ERGO betrifft dies sowieso nicht......die hat ja Nuttenanleihen in Budapest für ihre Kunden gekauft......hochverzinstes Vergnügungskonto für Außendienstbetrüger

  • Gold, Gold, Gold und Silber, Silber, Silber.
    Verliert nie!

  • Zu spät, ich habe es schon. Jetzt kaufe ich mich in die Postbank ein, gebe mir Kredit, kaufe damit die Deutsche Bank und bis die ihren Irrtum gemerkt haben, gehört mir die Allianz.

  • "Es ist doch nicht so, dass Staatsanleihen deshalb unsicher geworden sind, weil Staaten schlecht gewirtschaftet haben, ..."

    Neein, ganz bestimmt nicht. Auf die Staaten sollte man nichts kommen lassen ;-)
    Die können wirklich mit Geld umgehen.
    Es sind die Finanzmärkte, die die Staaten den Spekulanten zum Fraß vorgeworfen haben.
    Normale Leute, die den Staaten Geld geliehen haben und wieder zurück haben wollten ( wirklich unverschämt, wo die doch so gut wirtschaften), haben sicherlich nichts damit zu tun.

  • Ich schicke denen vorsichtshalber auch einmal meine Kontonummer. Döspaddel gibt es auch bei den Versicherern genug, die vielleicht einfach mal drauflos überweisen...

  • @ibmisout

    Ich hoffe Sie arbeiten nicht für eine Versicherung bzw. als Vermögensverwalter.

  • "Wohin mit dem ganzen Geld?"

    GEBT ES MIR !!!

  • Wenn nun die Versicherer den Aufstand proben und ihre Verpflichtung Renten und Pensionsfonds in sogenannte mündelsichere Anleihen wie z.B. Staatsanleihnen anzulegen, dann gute Nacht. Es ist doch nicht so, dass Staatsanleihen deshalb unsicher geworden sind, weil Staaten schlecht gewirtschaftet haben, sondern der Finanzmarkt und die Refinanzierung von Staaten so dereguliert wurden, dass Staaten der Eurozone den Spekulanten des Finanzmarktes zum Fraß vorgeworfen wurden. Das kann man aber abstellen, man muss nur den politischen Willen haben. Wenn Versicherer das nicht mehr wollen und das Geld ihrer Kunden in Firmenanleihen investieren, dann wird in Bälde auch noch der letzte Cent der Altersvorsorge verzockt sein und den Kapitaleignern zugute kommen. In was für einer verquerten Welt leben wir eigentlich?

  • Toll, dann hat wenigstens dieser staatloch genehmigte Betrug endlich mal sein Ende in Aussicht. Sicher werden dann die Politmarionetten auch noch einen rettungsschirm fuer diese Verbrecher erfinden! Wenn nicht, so waere es ein Wunder!

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