Versicherung
AOK will keine Prämien ausschütten

Bundesgesundheitsminister Bahr hatte zwar die Krankenkassen mehrfach aufgefordert, Überschüsse in Form von Prämien an die Versicherten auszubezahlen, doch der AOK-Bundesverbandes will sich daran nicht halten.
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Berlin/DüsseldorfDer AOK-Bundesverband lehnt es ab, Überschüsse in Form von Prämien an die Versicherten zurückzugeben. „Wir als AOK werden die Überschüsse in die langfristige Sicherung der Versorgung investieren und keine Prämien ausschütten“, sagte AOK-Chef Jürgen Graalmann der „Rheinischen Post“ (Dienstag). „Das Geld gehört den Versicherten und soll in die langfristige Versorgung fließen. Wir werden unsere Leistungsangebote weiter verbessern.“

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert vor dem Hintergrund wachsender Reserven schon seit längerem, dass mehr gesetzliche Krankenkassen ihre Überschüsse als Prämien an die Versicherten weitergeben. Anfang April hatte er erklärt, dass dies bestimmt mehr als 30 Krankenkassen machen könnten. Die Reserven betragen rund zehn Milliarden Euro.

Das Bundesversicherungsamt (BVA), die Aufsicht der bundesweit tätigen Kassen, hat mehrere gesetzliche Krankenversicherungen schriftlich aufgefordert, die Möglichkeit von Prämienzahlungen zu prüfen. Das Bundesgesundheitsministerium will zudem, dass die Länder entsprechende Schritte auch für gut dastehende AOKen prüfen. Vor allem die AOK Rheinland/Hamburg, die AOK Nordwest und AOKplus gelten als besonders solvent.

dpa 
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Kommentare zu " Versicherung: AOK will keine Prämien ausschütten"

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  • Hier muss der Gesetzgeber regulieren. In einem Wettbewerb der Kassen würde so etwas nicht passieren. Zumindest sollte die sehr verwaltungsaufwendige Praxisgebühr wieder abgeschafft werden.

  • Hallo Herr Bahr (warscheinlich PKV-Mitglied) wenn Sie wirklich etwas tun wollen schaffen Sie einfach die völlig verfehlte (inzwischen doch Konsens) Praxisgebühr ab... das liegt in Ihren Möglichkeiten, als dauernd an andere zu appelieren Ihren Job zu machen... Aber das will die FDP halt mal wieder nicht (kommt zuwenig Ihrer eigenen Klientel zu gute).... gell!

  • Man könnte das Geld ja in die Ausstattung der Krankenhäuser, bezogen auf Hygiene, stecken. Die Zahl derer, die mit anderen (Infektions)Krankheiten rauskommen, als sie reingekommen sind, hat sich immer noch nicht vermindert.
    Aber auch dagegen wird es sicher bald eine Versicherung, statt Hygienebeauftragte, geben?
    Wenn die Deutschen schon solche horrenden Pflicht-Gesundheitsbeiträge zahlen müssen, kann man schon erwarten, das diese auch gesünder sind, als in anderen Ländern. Sind sie aber nicht. Die Krankenkassen sind ein staatlicher Moloch mit Pseudo-Marktwirtschaftlichen Umhang, die sich fett durch jede Geldbörse fressen, und deren Vertreter quasi machen können was sie wollen.

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