Versicherungen Allianz-Vorstand verdiente deutlich weniger

Geschäftsberichte bieten für Börsianer nicht viel Neues. Aber die Öffentlichkeit erfährt, wie hoch die Vergütung der jeweiligen Vorstände war. Vergangene Woche sorgten die Boni der Postbank-Vorstände für Aufsehen. Bei der Allianz gibt es heute nichts dergleichen.
Die Vorstände der Allianz haben weniger verdient. Quelle: dpa

Die Vorstände der Allianz haben weniger verdient.

(Foto: dpa)

HB MÜNCHEN. Der Vorstand von Europas größtem Versicherungskonzern Allianz hat wegen des Milliardenverlusts im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Die Gesamtbezüge der elf Vorstände sanken um 32 Prozent auf 26,3 Mio. Euro, wie aus dem am Freitag in München veröffentlichten Geschäftsbericht der Allianz hervorgeht.

Konzernchef Michael Diekmann verdiente mit 3,8 Mio. Euro rund 27 Prozent weniger als vor einem Jahr. 2008 hatte der Versicherer wegen milliardenschwerer Belastungen durch das Sorgenkind Dresdner Bank, das im Januar an die Commerzbank verkauft wurde, ein Minus von 2,4 Mrd. Euro eingefahren. Es war erst der zweite Jahresverlust in der 119-jährigen Geschichte des Konzerns.

Der Anfang des Jahres aus dem Vorstand ausgeschiedene frühere Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter musste sich 2008 mit 1,06 Mio. Euro und damit fast zwei Drittel weniger als 2007 zufriedengeben. Er erhält allerdings - wie bereits bekannt - zudem für die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsvertrags eine Abfindung von knapp 3,6 Mio. Euro. Die Dresdner Bank war mit einem Minus von 6,4 Mrd. Euro der Grund für den zweiten Jahresverlust des größten europäischen Versicherers.

Eine Prognose für das laufende Jahr wagt der Versicherer angesichts der anhaltenden Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten weiterhin nicht. "Wir befinden uns im schwersten wirtschaftlichen Abschwung seit Jahrzehnten, und in diesem Umfeld ist eine verlässliche Ergebnisprognose für 2009 nicht möglich", hieß es in dem Geschäftsbericht.

"Die Kennzahlen des operativen Geschäfts sind solide", hieß es in dem Bericht weiter. "Der Hauptanteil unserer operativen Erträge stammt aus dem Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, das von der Finanzmarktkrise am wenigsten betroffen ist." Selbst wenn eine schwere Rezession zu einem Umsatzrückgang führen würde, sei der kurzfristige Einfluss auf das operative Ergebnis nicht signifikant. "Unsere Dividenden- und Zinseinkünfte sind robust", erklärte das Unternehmen.

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