Versicherungsbranche Die Gewinnziele purzeln

Nach dem Rückversicherer Munich Re revidiert auch der MDax-Konzern Talanx seine Prognose nach unten. Schuld sind die massiven Belastungen aus den US-Wirbelstürmen. Das Jahresbudget ist bereits aufgebraucht.
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Nach zahlreichen Naturkatastrophen in den USA und der Karibik muss der Versicherungskonzern seine Gewinnprognose für 2017 senken. Quelle: dpa
Talanx

Nach zahlreichen Naturkatastrophen in den USA und der Karibik muss der Versicherungskonzern seine Gewinnprognose für 2017 senken.

(Foto: dpa)

MünchenHerbert Haas ahnte, was kommen würde. Schon Ende September hatte der Vorstandschef des Versicherungsriesens Talanx, zu dem HDI und Hannover Rück zählen, die Hoffnung fahren lassen, dass der MDax-Konzern sein Gewinnziel von 850 Millionen Euro noch erreichen kann. Gut einen Monat später ist aus dieser Ahnung eine Gewissheit geworden.

Nach den schweren Zerstörungen durch die Tropenstürme „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ sowie die Erdbeben in Mexiko hat der Konzern aus Hannover sein Gewinnziel nunmehr deutlich abgesenkt. Im Gesamtjahr werde nun ein Konzernergebnis von rund 650 Millionen Euro angepeilt, teilte Talanx am Freitag in Hannover mit. Die Dividende solle jedoch weiterhin auf dem Vorjahresniveau liegen, betonte der Konzern.

Sturm und Drang. Bei den Versicherern purzeln damit nunmehr inzwischen die Gewinnziele. Erst einen Tag zuvor hatte der Dax-30-Konzern Munich Re angesichts der verheerenden Serie von Hurrikans in den USA und der Karibik seine Prognose deutlich reduziert. Im dritten Quartal erwartet das Münchner Traditionsunternehmen nunmehr einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro. Das für dieses Jahr angepeilte ursprüngliche Gewinnziel der Münchener von 2 bis 2,4 Milliarden Euro wird ebenfalls verfehlt werden. Inzwischen sieht Munich Re lediglich noch einen „kleinen Gewinn“ für das Gesamtjahr voraus.

Es ist ein Abwärtssog, den sich auch die Hannoveraner nicht entziehen können. Talanx rechnet für das dritte Quartal, in dem die drei Hurrikane über Nord- und Mittelamerika hinweggezogen waren, mit einem Verlust von 20 Millionen Euro. Die Großschadensbelastung habe bereits nach neun Monaten das ursprünglich veranschlagte Budget gesprengt. Ein gestiegenes Kapitalanlageergebnis, insbesondere in der Rückversicherung, sowie eine Verbesserung im deutschen Privatkundengeschäft hätten diese Effekte nur teilweise kompensieren können. Die detaillierten Ergebnisse will das MDax-Unternehmen erst am 13. November vorlegen.

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