Versicherungsbranche
Talanx behält Sorgenkind HDI Leben

2013 gab es in Deutschland viele ungewöhnliche Wetterphänomene, das spüren die Versicherungskonzerne. Talanx verzeichnet im dritten Quartal Gewinneinbrüche – doch der Konzern behält das Sorgenkind HDI Leben.
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FrankfurtDer Lebensversicherer HDI Leben darf weitermachen. Die Muttergesellschaft Talanx hat Überlegungen zu den Akten gelegt, das Unternehmen zu verkaufen oder das Geschäft auslaufen zu lassen. „Eine Einstellung des Neugeschäfts oder ein Verkauf steht nicht zur Diskussion“, sagte Vorstandschef Herbert Haas am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Das Ergebnis von HDI Leben habe sich leicht verbessert. Nach einem Verlust vor Steuern und Zinsen 2012 habe die Tochter in diesem Jahr ein kleines zweistelliges operatives Ergebnis erzielt.

Anfang Oktober hatte Haas in einem Interview gesagt, Talanx werde bis zum Jahresende entscheiden, wie es mit HDI Leben weitergehen soll. Das Neugeschäft der HDI Leben sei zuletzt eingebrochen. Daraus müsse Talanx Konsequenzen ziehen. Die Tochter macht weniger als zehn Prozent des Konzernumsatzes.

Doch auch das Gesamtgeschäft bereitet Talanx momentan Sorgen. Der Hagelsturm „Andreas“ und mehrere weitere Großschäden haben den Versicherungskonzern im dritten Quartal stark belastet. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter brach stärker ein als von Experten erwartet: Er sackte um 39 Prozent auf 121 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitteilte. „Andreas“ kostete Talanx und die Rückversicherungs-Tochter Hannover Rück zusammen 119 Millionen Euro.

Anders als von Analysten erhofft, hob die Nummer drei unter den Versicherern in Deutschland ihre Prognose nicht an: „Talanx ist weiterhin vorsichtig optimistisch, ein Konzernergebnis nach Steuern von 700 Millionen Euro für das Jahr 2013 erreichen zu können“, hieß es im Zwischenbericht. Das wären 70 Millionen Euro mehr als 2012. Nach neun Monaten hinkt der Gewinn mit 528 Millionen Euro noch um vier Prozent hinter dem Vorjahreswert her. 35 bis 45 Prozent vom Gewinn sollen als Dividende ausgeschüttet werden, bekräftigte Talanx.

Auch für das nächste Jahr hat sich der Versicherer einen Gewinn von mindestens 700 Millionen Euro vorgenommen. Damit würde sich das operative Ergebnis deutlich verbessern. Denn in diesem Jahr hatte Talanx 96 Millionen Euro mit dem Verkauf eines Anteils am Schweizer Konkurrenten Swiss Life erlöst. Dabei kalkuliert Talanx für 2014 mit einem höheren Budget für außergewöhnlich große Schäden: In der Erst- und Rückversicherung sind dann zusammen 855 Millionen Euro eingeplant, 150 Millionen mehr als in diesem Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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