Versicherungsgruppe
Signal Iduna überdenkt Investments

Die Staatsschuldenkrise bereitet der Signal Iduna zunehmend Sorgen. Investitionen in Staatsanleihen stehen auf dem Prüfstand. Die Bereitstellung von Eigenkapital für mittelständische Unternehmen gewinnt an Bedeutung.
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HamburgDer Versicherer Signal Iduna stellt angesichts der Staatsschuldenkrise in Europa seine Investitionspolitik auf den Prüfstand. Die Staaten müssten ihre Verschuldung in den Griff bekommen, damit institutionelle
Anleger ihnen weiterhin ihr Geld anvertrauen könnten, mahnte Signal-Iduna-Chef Reinhold Schulte am Montagabend vor Journalisten.

Angesichts der niedrigen Zinsen werde sich die Versicherungswirtschaft ohnehin Gedanken machen müssen, wo sie ihr Geld anlege. Der Hamburger Versicherer investiere derzeit noch in Staatsanleihen, schaue sich aber zunehmend nach Alternativen um. „Wir müssen uns fragen, ob wir unser Geld den Staaten geben können“, sagte der Versicherungschef. „Und ob die Staaten bereit sind, die notwendigen Schritte zu gehen.“ Für die Signal Iduna stehe die Sicherheit der Anlagen an erster Stelle, vor der Rendite.

Ein Umsteuern ist allerdings nur langsam möglich, da die zuletzt 54 Milliarden Euro von Signal Iduna langfristig angelegt sind. Im vergangenen Jahr kamen 2,6 Milliarden Euro an Neuanlagen hinzu. Als Alternativen zu Staatsanleihen nannte Schulte Unternehmensfinanzierungen und Immobilien. Ein zunehmend wichtiges Feld werde die Bereitstellung von Eigenkapital für mittelständische Unternehmen. In Aktien hat Signal Iduna dagegen nur ein Prozent der Versicherungsgelder angelegt, in Immobilien sind es immerhin schon zehn Prozent.

Ihr Engagement bei der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd sieht die Versicherungsgruppe als aussichtsreiches Investment. „Wir glauben, dass Hapag-Lloyd eine gute Zukunft hat“, sagte Vorstandschef Reinhold Schulte am Montagabend in Hamburg. Deshalb wolle sich Signal Iduna bei der gegenwärtigen Neuordnung der Anteilsverhältnisse mit sieben Millionen Euro zusätzlich beteiligen. Insgesamt hätte Signal Iduna dann 180 Millionen Euro in die Reederei investiert, was einem Anteilsbesitz von 5,3 Prozent entspreche.

Wie in der Branche insgesamt habe es auch bei der Signal Iduna Zuwächse in der Kranken- und in der Kompositversicherung (Schaden- und Unfallversicherung) gegeben. Die Lebensversicherung sei dagegen wegen des Verzichts auf Einmalbeiträge rückläufig gewesen.

Gegenwärtig beschäftigt sich die Signal Iduna vor allem mit der Eingliederung von rund 800 Mitarbeitern der Krankenversicherung Deutscher Ring, die sie übernommen hat. Die Gruppe beschäftigt damit in Hamburg rund 3700 Mitarbeiter, die auf mehrere Standorte verteilt sind. Die Signal Iduna strebe an, dass die Beschäftigten bald unter einem Dach arbeiten. Eine Entscheidung solle bis Ende März fallen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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