Versicherungskonzern Allianz verdoppelt Gewinn trotz Zinsflaute

Die Allianz rechnet damit, auch in diesem Jahr ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2012 hinzulegen. Mehr als fünf Milliarden Euro hat der Versicherungskonzern unter dem Strich verdient. Das schwache Jahr 2011 ist vergessen.
Update: 21.02.2013 - 11:26 Uhr 11 Kommentare

Allianz präsentiert gute Ergebnisse

MünchenDie Allianz hat Hurrikan „Sandy“ und die niedrigen Zinsen gut weggesteckt und 2012 das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Das operative Ergebnis stieg um ein Fünftel auf 9,5 Milliarden Euro, wie Europas größter Versicherer am Donnerstag mitteilte. Mehr verdiente die Allianz nur 2007, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, rechnet man im Rückblick den Ausflug ins Bankgeschäft heraus. Der Nettogewinn verdoppelte sich jetzt sogar auf 5,2 Milliarden Euro. Allerdings hatten im Jahr zuvor auch milliardenschwere Abschreibungen auf griechische Anleihen die Bilanz belastet.

„Trotz der Belastungen durch den Sturm Sandy haben wir unsere Prognose übertroffen“, erklärte Vorstandschef Michael Diekmann. „Dieses Ergebnis zeigt, wie gut unser Geschäftsmodell die vielen Turbulenzen der Finanzkrise ausgleichen kann.“ Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 4,50 Euro je Aktie bekommen. Damit werden 40 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. Das ist in etwa das, was Analysten erwartet hatten.

Die krisenbedingte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht es allerdings immer schwerer, die Versicherungsprämien lukrativ am Kapitalmarkt anzulegen, wie Diekmann einräumte. Er sprach von einer „künstlichen Niedrigzinsphase", die das "überragende" Thema für die Allianz auch 2013 sein werde. Weil sichere Bundesanleihen quasi nichts mehr abwerfen, geht die Allianz mehr und mehr in renditestärkere Immobilien- und Infrastrukturinvestments, ist damit aber nicht allein auf weiter Flur.

Die Allianz-Aktie verlor in der ersten Handelsstunde in einem deutlich rückläufigen Markt 1,3 Prozent auf 102,90 Euro. Einige Anleger könnten enttäuscht sein, dass der Versicherer die Dividende unverändert ließ, so ein Händler. „Da haben einige auf eine Anhebung gehofft“, hieß es.

„Sandy“ war im Oktober über Nordamerika hinweggefegt und hatte vor allem in der Region New York verheerende Schäden angerichtet. Die Allianz hatte ihre Schadensbilanz bereits Mitte Januar auf 455 Millionen Euro beziffert und erklärt, das passe locker ins Budget. Insgesamt gab es 2012 vergleichsweise wenig Naturkatastrophen. Das operative Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung, dem Kernsegment, stieg daher um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 96,3 (2011: 97,8) Prozent. Bei Werten von unter 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und die Verwaltung noch durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Entspannung der Schuldenkrise erwartet
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11 Kommentare zu "Versicherungskonzern: Allianz verdoppelt Gewinn trotz Zinsflaute"

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  • Wie macht man das?

    Die Versicherer jammern gegenüber dem Versicherungsnehmer und kürzen seine Ansprüche.

    Die Bewertungsreserven haben sich in den letzten 5 Jahren auf 80 bis 90 Mrd. Euro verachtzigfacht. Bewertungsreserven bleiben jedoch nach dem Imparitätsprinzip außen vor. Aber wie schafft man es, diese stillen Reserven zu heben?

    Ganz einfach. Die Lösung liegt im § 39 IAS. Für eine Einführung reicht der Hinweis:
    http://de.wikipedia.org/wiki/International_Accounting_Standard_39

    Wir können das Thema gerne diskutieren!

  • Liebe(r)DEUFRA2011
    den Gesetzentwurf, der vorsieht, dass die Bewertungsreserven den Versicherten vorenthalten werden sollen, hat doch die Versicherungslobby selbst geschrieben, wie man jetzt überall jetzt kann.

    Und glauben Sie mir, die Merkel versteht das sehr gut. („In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ F.D.Roosevelt)

  • Naja, der Gewinn steht schließlich den Aktionären zu und nicht den Versicherten. Diese Schafe haben nur zu zahlen.
    Natürlich sind die kargen Manager-Gehälter und Boni vorher schon bezahlt worden.

  • Ich würde doch darum bitten den Artikel mal genau zu lesen und nicht alles durcheinander zu werfen und noch mit BaFin Kritik zu würzen.
    Ich fasse mal zusammen was in dem Artikel steht:
    Gesamtgewinn 9 Mrd. davon ca. 5 Mrd. aus Schaden-Unfall, hat also nichts mit der Lebensversicherung zu tun. 1/3 des Ergebnisses kommt aus der Vermögensverwaltung (Pimco u. Allianz Global)- d.h. rund 3 Mrd. Folglich verbleibt 1 Mrd. aus der Lebensversicherung.
    Also kann schon mal nicht die Rede davon sein, dass die Gewinne hier allein auf Kosten der LV-Kunden erwirtschaftet werden.
    Außerdem hat die Allianz soweit ich weiß (kein Allianz Mitarbeiter) eine der höchsten Gesamtverzinsungen für ihre Versicherungsnehmer.
    Zur BaFin Kritik aus meiner Sicht nur soviel: Tatsache ist, dass die BaFin extrem hohe Anforderungen an die Kapitalausstattung der Lebensversicherer legt (u.a. durch Solvency II) um langfristig (Duration in der Lebensversicherung größer 10 Jahre) eine ausreichende Solvabilität zu gewährleisten. Da es sich bei Reserven, die vornehmlich aus Anleihen / Bonds resultieren nur um Buchgewinne handelt, zumindest, wenn diese wie in der Regel, bis zur Endfälligkeit gehalten werden, ist es absolut nachvollziehbar, diese nicht jetzt zu Lasten des Bestandes auszukehren.
    Aber mir ist vollkommen klar, dass man mit sachlichen Argumenten in so einer aufgeheizten und durch extrem wenig Sachverstand gekennzeichneten Diskussion nicht durchdringt.

  • Im Anblick des satten Gewinns sollte die Allianz lieber das fette Polster für die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven jetzt voll ausschöpfen und damit zeigen wie stark und vertrauenswürdig sie ist anstatt zu versuchen über den von der Allianz dominierten GDV den bedauernswerten uninformierten Bundestagsabgeordneten und dem Finanzministerium ein faules Ei in Form von Lobbyvorlagen ins Nest zu legen um noch fetter dazustehen.
    Auch die Entfernung der Königin (Frau Dr. Elke König) vom
    Lenkrad der Bafin sollte jetzt die gewinnstrotzende Allianz mit ihrer Macht durchsetzen, da diese Dame den Regierungsparteien "Unkeusches" gegen die Beitragszahler der Allianz ins Ohr geflüstert hat, nämlich dass es der Sparte Leben so schlecht geht und den Kunden die gesetzlich erstrittenen Bewertungsreservenanteile enteignet werden sollen. Ich jedenfalls würde die Dame nicht einmal als Sekretärin in diesem Verein einstellen wollen.












  • Es ist ein Hohn, wenn man diesen Beitrag in Zusammenhang mit der Forderung von Frau König, BaFin, vom 07.02.2013 bringt.

    "Finanzaufsicht - Bafin besteht auf Kürzungen bei Lebensversicherungen"
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/finanzaufsicht-bafin-besteht-auf-kuerzungen-bei-lebensversicherungen/7751352.html

    Da ist der Pferdefleischskandal ein Skandälchen dagegen. Der Fall macht doch deutlich wie weit der Lobbyismus, man kann auch sagen die Korruption, in Deutschland geht.

    Es ist ein Unterschied, ob man gegen falsche Verbrauchers, verstößt oder ob man Versicherungsnehmer zwangsenteignet, Ihnen ihr erspartes nimmt.

    Für mich ist das nichts anderes als Betrug. Betrug mit behördlicher Unterstützung.

    Frau König muss ihr Amt in der BaFin mit sofortiger Wirkung niederlegen! Sie hat das Ansehen der Behörde nachhaltig beschädigt. Die vom Amt eingeforderte Neutralität, die Objektivität kann der Behörde nicht mehr unterstellt werden.

  • Das Volk muss endlich mal aufwachen und der Politik und den Versicherern und Bänkern zeigen, dass sie die große Macht ist.. nehmt euer Geld aus den Banken und Versicherungen.. sozusagen "Bankrob" denn davor haben die Bänker, Versicherer und Politiker angst.. es liegt doch auf der Hand, dass das Volk bis zum geht nichtmehr ausgebeutet wird und ein Teil der Bevölkerung (Superreichen) extrem bevorzugt werden und immer reicher werden.. wie heißt es so schön.. "Geld geht zu Geld".. in dem Fall siehts genauso aus.. Geld geht zu den Vorständen der Versicherer und den Aktionären (Politiker, etc.) Ein Großaktionär verdient dadurch wiederum sehr sehr viel Geld.. und wer wird abgezockt? der kleine..

  • Gääähn!Vielleicht hören wir bald mal wieder etwas von Bilanzmanipulationen. Ist ja einträchtiger Volkssport geworden. 3 Tage vor der Lehmann Pleite war das Unternehmen auch noch ein völlig gesundes Unternehmen. Das war so zu sagen doppelte Buchführung.

  • ....wo sind die guten alten zeiten in den es noch versicherungen auf gegenseitigkeit gab, wo versicherungen die überschüsse an die versicherten und nicht an die aktionäre ausgeschüttet haben, aber wie immer...die regeln werden zwar von der finanzindustrie ausgenutzt...allerdings von der politik geschaffen....vielen dank frau merkel...auch x-jahre nach der finanzkrise...sitzen sie alles fein aus...gut gelernt von ihrem mentor...ich würde sagen fast noch perfektioniert

  • "Aber auch die anderen Sparten legten im abgelaufenen Jahr ein zweistelliges Wachstum hin. Die Lebensversicherung profitierte von einem höheren Anlageergebnis."
    Bisher hieß es dass sogar die BAFIN die Lebensversicherer schützen muss indem die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven ausgestzt oder kräftig gekürzt wird. Das Merkel nicht durchblickt ist ja noch zu verstehen, aber dass sich sogar die BAFIN vor den Karren der Allianz spannen läßt ist ein Bisschen zu viel des Guten. Sollten nicht erst einmal die vertraglichen Verpflichtungen eines solchen Konzerns bedient werden und dann erst die Aktionäre. Wenn ich richtig gelesen habe, sind wohl Die Grünen und Die Linken auf diesen Mißstand gestoßen. Das läßt Sachverstand vermuten.

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