Versicherungskonzern
Allianz verdoppelt Gewinn trotz Zinsflaute

Die Allianz rechnet damit, auch in diesem Jahr ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2012 hinzulegen. Mehr als fünf Milliarden Euro hat der Versicherungskonzern unter dem Strich verdient. Das schwache Jahr 2011 ist vergessen.
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MünchenDie Allianz hat Hurrikan „Sandy“ und die niedrigen Zinsen gut weggesteckt und 2012 das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Das operative Ergebnis stieg um ein Fünftel auf 9,5 Milliarden Euro, wie Europas größter Versicherer am Donnerstag mitteilte. Mehr verdiente die Allianz nur 2007, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, rechnet man im Rückblick den Ausflug ins Bankgeschäft heraus. Der Nettogewinn verdoppelte sich jetzt sogar auf 5,2 Milliarden Euro. Allerdings hatten im Jahr zuvor auch milliardenschwere Abschreibungen auf griechische Anleihen die Bilanz belastet.

„Trotz der Belastungen durch den Sturm Sandy haben wir unsere Prognose übertroffen“, erklärte Vorstandschef Michael Diekmann. „Dieses Ergebnis zeigt, wie gut unser Geschäftsmodell die vielen Turbulenzen der Finanzkrise ausgleichen kann.“ Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 4,50 Euro je Aktie bekommen. Damit werden 40 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. Das ist in etwa das, was Analysten erwartet hatten.

Die krisenbedingte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht es allerdings immer schwerer, die Versicherungsprämien lukrativ am Kapitalmarkt anzulegen, wie Diekmann einräumte. Er sprach von einer „künstlichen Niedrigzinsphase", die das "überragende" Thema für die Allianz auch 2013 sein werde. Weil sichere Bundesanleihen quasi nichts mehr abwerfen, geht die Allianz mehr und mehr in renditestärkere Immobilien- und Infrastrukturinvestments, ist damit aber nicht allein auf weiter Flur.

Die Allianz-Aktie verlor in der ersten Handelsstunde in einem deutlich rückläufigen Markt 1,3 Prozent auf 102,90 Euro. Einige Anleger könnten enttäuscht sein, dass der Versicherer die Dividende unverändert ließ, so ein Händler. „Da haben einige auf eine Anhebung gehofft“, hieß es.

„Sandy“ war im Oktober über Nordamerika hinweggefegt und hatte vor allem in der Region New York verheerende Schäden angerichtet. Die Allianz hatte ihre Schadensbilanz bereits Mitte Januar auf 455 Millionen Euro beziffert und erklärt, das passe locker ins Budget. Insgesamt gab es 2012 vergleichsweise wenig Naturkatastrophen. Das operative Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung, dem Kernsegment, stieg daher um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 96,3 (2011: 97,8) Prozent. Bei Werten von unter 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und die Verwaltung noch durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

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  • Wie macht man das?

    Die Versicherer jammern gegenüber dem Versicherungsnehmer und kürzen seine Ansprüche.

    Die Bewertungsreserven haben sich in den letzten 5 Jahren auf 80 bis 90 Mrd. Euro verachtzigfacht. Bewertungsreserven bleiben jedoch nach dem Imparitätsprinzip außen vor. Aber wie schafft man es, diese stillen Reserven zu heben?

    Ganz einfach. Die Lösung liegt im § 39 IAS. Für eine Einführung reicht der Hinweis:
    http://de.wikipedia.org/wiki/International_Accounting_Standard_39

    Wir können das Thema gerne diskutieren!

  • Liebe(r)DEUFRA2011
    den Gesetzentwurf, der vorsieht, dass die Bewertungsreserven den Versicherten vorenthalten werden sollen, hat doch die Versicherungslobby selbst geschrieben, wie man jetzt überall jetzt kann.

    Und glauben Sie mir, die Merkel versteht das sehr gut. („In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ F.D.Roosevelt)

  • Naja, der Gewinn steht schließlich den Aktionären zu und nicht den Versicherten. Diese Schafe haben nur zu zahlen.
    Natürlich sind die kargen Manager-Gehälter und Boni vorher schon bezahlt worden.

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