Versicherungskonzern
Italien macht Vienna Insurance Group zu schaffen

Bei der Vienna Insucrance Group müssen Vorstände gehen. Denn in Italien und Rumänien erleidet der österreichische Versicherungskonzern ein Desaster. Zudem verfehlt das Unternehmen sein Jahresziel.
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WienBeim österreichischen Versicherungskonzern Vienna Insurance Group (Wiener Städtische) fällt in diesem Jahr die vorweihnachtliche Freude aus. Das miserable Geschäft in Italien und Rumänien macht die ansonsten gute Bilanz kaputt. Der Vorsteuergewinn sank in den ersten drei Quartalen von 444 Millionen Euro auf nur noch knapp 316 Millionen. Die verrechneten Prämien ging um fünf Prozent auf annähernd 7,1 Milliarden Euro zurück.

Nach Angaben des Versicherungschefs Peter Hagen verlor die Vienna Insurance Group allein in Italien zwischen 80 bis 100 Millionen Euro. Die Konzerntochter Donau Versicherung hatte operativ bei der Schadensabwicklung versagt.

Hagen kündigte am Donnerstageinen schrittweisen Rückzug aus dem italienischen Markt an. „Wir werden uns von vielen Agenturen trennen“, sagte er. Bereits ein Fünftel des Personal wäre abgebaut worden. Der für Italien früher zuständige Vorstand Franz Kosyna muss den Konzern verlassen. Auch Roland Gröll verliert seinen Posten als Vorstand, bleibt aber Leiter des Konzernrechnungswesen. Das Prämienvolumen sei auf nur noch 180 Millionen Euro zusammen geschmolzen.

Italien ist nicht das einzige Sorgenkind, sondern auch in Rumänien hat die Vienna Insurance Group zu kämpfen. Dort herrscht offenbar ein gnadenloser Preiskampf, der für herbe Umsatzeinbrüche sorgt. Das bisherige Management in dem südosteuropäischen Land wurde bereits ausgetauscht. Nach eigener Darstellung verfehlt die Vienna Insurance Group in diesem Jahr ihr Gewinnziel.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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