Versicherungskonzern
Talanx verspricht Aktionären hohe Dividende

Der Versicherer ist gerade erst neu an der Börse notiert – und schon kündigt das Management hohe Ausschüttungen für die Anteilseigner an. Denn Talanx steigert seit Jahresbeginn den Gewinn deutlich.
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FrankfurtDer Börsenneuling Talanx verspricht seinen Aktionären eine hohe Dividende für das laufende Jahr. Von einem erwarteten Nettogewinn von leicht über 600 (2011: 520) Millionen Euro nach Anteilen Dritter sollten zwischen 1,05 und 1,10 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, sagte Talanx-Chef Herbert Haas am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Das wären etwa 45 Prozent vom Gewinn. Talanx ist seit Anfang Oktober börsennotiert, 11,2 Prozent der Aktien sind im Streubesitz, 6,5 Prozent liegen beim japanischen Partner Meiji Yasuda. Der Mehrheitsaktionär, der Versicherungsverein HDI, wolle mit der Dividende seine Schulden abtragen. Die zu 18,30 Euro ausgegebenen Talanx-Papiere fielen zum Handelsauftakt am Mittwoch um 4,3 Prozent auf 19,53 Euro. Einige Analysten hatten mit besseren Gewinnaussichten gerechnet.

In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Nettogewinn von Talanx um mehr als zwei Drittel auf 549 Millionen Euro. Haas warnte aber davor, das Ergebnis auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Im vierten Quartal seien keine so hohen Sonder-Kapitalerträge mehr zu erwarten wie zuletzt. Die Kapitalanlagen rentierten in diesem Jahr voraussichtlich mit vier Prozent. Zudem schlügen die Kosten des Umbaus im deutschen Privatkundengeschäft und im Ausland zu Buche. Für 2013 stellte Talanx einen Gewinnzuwachs auf mindestens 650 Millionen Euro in Aussicht.

Der Sturm "Sandy" wird die Planungen für 2012 von Talanx wohl nicht durchkreuzen. Die Folgen des im Oktober über die Ostküste der USA hinweggefegten Sturms seien noch schwer abzuschätzen, sagte Talanx-Chef Haas. Wenn die Versicherungsbranche dafür aber nicht mehr als die 20 Milliarden Dollar ausgeben müsse, mit denen Experten rechnen, kämen der Versicherer und seine Tochter Hannover Rück mit ihrem Großschaden-Budget von 640 Millionen Euro aus. In den ersten neun Monaten des Jahres hatte Talanx für Großschäden wie Naturkatastrophen nur 243 Millionen Euro ausgeben müssen - drei Viertel weniger als 2011.

Die gebuchten Brutto-Prämieneinnahmen seien bis September um elf Prozent auf 19,9 Milliarden Euro gestiegen, erklärte Talanx.

Bis zum Jahresende sollen es 26 (23,7) Milliarden Bruttoprämien werden. Nur das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft wuchs in den ersten neun Monaten mit weniger als zehn Prozent. Beim Sorgenkind des Konzerns brach der operative Gewinn um 42 Prozent auf 64 Millionen Euro ein. "Die Lebensversicherung befindet sich nicht gerade an der Sonne", räumte Haas ein. Die Niedrigzinsen belasteten. Allein das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), das Abschläge bei der vorzeitigen Kündigung von Lebensversicherungen einschränkt, koste Talanx 80 Millionen Euro, sagte Finanzchef Immo Querner.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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