Versicherungsvermittler
Die verzweifelte Suche nach dem Königsweg

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Der Digitalisierung verschrieben

Entsprechend sieht das, woran die Versicherer im Moment in eigenen Forschungslaboren arbeiten, so viel anders  aus als die oftmals altbackene Agentur an der Ecke. Beispiel Allianz: In Stuttgart und in München hat der Branchenführer im vergangenen Jahr seine sogenannten Agile Training Center (ATC) eröffnet. Knapp 100 Menschen arbeiten jeweils bewusst abseits der Zentrale. Das Durchschnittsalter liegt deutlich unter dem Branchenschnitt, eine Kleiderordnung gibt es nicht, in der Ecke stehen Tischtennisplatte und Kicker. Bewusst gewählte Start-up-Atmosphäre eben, um nur ja kein Schablonendenken aufkommen zu lassen.

Es geht um einfache Kundenlösungen, die oft sogar im direkten Austausch mit ihnen erarbeitet werden. Die Rede ist von Customer Experience (CX), Minimum Viable Products (MVP) und Elastic Infrastructure. Die Vermittler stehen dem radikalen Wandel zwar durchaus offen gegenüber. Trotzdem ist die Unsicherheit zu spüren, von den neuen technischen Entwicklungen abgehängt zu werden.

Die Vermittler rücken deshalb bewusst ihre Kernkompetenz in den Fokus. Im Mittelpunkt steht derzeit die nationale Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD). Dabei geht es darum, dass die europäische Richtlinie bis Februar 2018 in nationales Recht umgesetzt wird. Ende des Monats wird der BVK als größter Vermittlerverband dazu angehört.

Die Botschaft ist eindeutig: „Kein Vertrieb ohne Beratung.“ Für den Online-Vertrieb soll es demnach die gleichen Beratungs- und Dokumentationspflichten geben. Zudem dürfe den Kunden nicht suggeriert werden, für den Abschluss einer Versicherung sei keine qualifizierte Beratung nötig. Gerd Billen, Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, will hier zumindest differenzieren. „Ob für jede Kfz-Versicherung eine Beratung nötig ist, das wird der Markt entscheiden.“

Eine spannende Frage wird in diesem Kontext auch sein, wie es die Vermittler künftig mit den vielen jungen aufstrebenden Technologieunternehmen halten, die immer stärker an den Markt drängen. Knip, ein digitaler Versicherungsmakler und eines der Unternehmen, die als Insurtech besonders weit in der Entwicklung sind, ist bereits Mitglied im BVK. Weitere Neulinge am Markt haben jüngst einen Antrag auf Aufnahme gestellt.

Beim BVK sind sie in dieser Frage noch in der Findungsphase. „Wir müssen uns selbst sortieren“, bringt BVK-Vize Andreas Vollmer den Stand im Umgang mit den Neulingen auf den Punkt. Wichtig sei, dass kein Versicherer an einem Insurtech beteiligt sei.

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