Versorger GDF Suez warnt vor schweren Zeiten

Nach einem kräftigen Gewinnzuwachs im vergangenen Jahr blickt der französische Energieriese GDF Suez vorsichtig in die Zukunft: Das Unternehmen schraubte seine mittelfristigen Gewinnziele zurück.

HB PARIS. Nun will der zweitgrößte Energiekonzern des Welt nach Electricite de France (EdF) erst 2011 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 17 bis 18 Mrd. Euro erzielen, wie die Gesellschaft am Donnerstag in Paris mitteilte. Ursprünglich wollte der im Juli 2008 fusionierte Versorger schon im kommenden Jahr 17 Mrd. Euro beim EBITDA erreichen. Für 2010 gab das Unternehmen nun keine Prognose mehr. Die Aktie legte trotzdem in einem schwachen Marktumfeld 3,36 Prozent zu und war damit bester Wert im Eurozonen-Auswahlindex Eurostroxx 50 .

Für dieses Jahr erwartet der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) über dem von 2008. Dieses war den Angaben zufolge um elf Prozent auf 13,9 Mrd. Euro gestiegen. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 13 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro - Veräußerungen trugen alleine 1,9 Mrd. Euro bei.

Analyst Patrice Lambert de Diesbach von CM CIC Securities nannte die Zahlen enttäuschend. Der Umsatz war vor allem dank sprudelnder Einnahmen aus dem Geschäft mit verflüssigtem Gas (LNG) um 16,6 Prozent auf 83,1 Mrd. Euro gestiegen, wie der Konzern bereits vor einem Monat mitgeteilt hatte. Allerdings hatte sich das Umsatzplus im vierten Quartal wegen der Krise abgeschwächt.

Trotz der eingebrochenen Wirtschaft und regulatorischer Eingriffe, durch die das Unternehmen die gestiegenen Beschaffungskosten für Gas nach eigenen Angaben nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben konnte, habe der Konzern seine eigenen Ziele übertroffen, hieß es. Für das abgelaufene Jahr kündigte GDF Suez daher eine Erhöhung der Dividende um elf Prozent auf 1,4 Euro pro Aktie an. Zuvor hatte der Konzern bereits eine Sonderausschüttung von 0,80 Euro pro Aktie gemeldet.

Auf die schwierige Wirtschaftslage reagiert GDF Suez wie seine deutschen Konkurrenten Eon und RWE mit einem Programm zur Effizienzsteigerung. Dies soll bis 2011 Einsparungen von 1,8 Mrd. Euro bringen. 650 Mio. Euro davon sollen bereits 2009 wirksam werden. Wachstumspotenzial sieht der Konzern vor allem in der Kernenergie.

Ein Großteil der 30 Mrd. Euro Investitionssumme der Jahre 2008 bis 2010 fließt in neue Atomkraftwerke. Unter anderem ist GDF Suez am Bau von Frankreichs zweitem Druckwasserreaktor beteiligt. In Großbritannien plant das Unternehmen zwei weitere Nuklearanlagen. Abstriche an den Investitionsvorhaben schloss GDF Suez aus.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%