Versorger: RWE kurz vor Kauf von Essent

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RWE kurz vor Kauf von Essent

RWE steht kurz vor einem der größten Zukäufe der Firmengeschichte: Der Energiekonzern will den größten niederländischen Energieversorger Essent übernehmen. Der Kaufpreis dürfte laut Branchenkreisen bei etwas mehr als neun Milliarden Euro liegen.

gie/HB ESSEN.

HB ESSEN. Der Energieversorger RWE verstärkt sich mit einer Milliardenübernahme in den Benelux-Ländern. Das Essener Unternehmen unterbreitet dem Energieversorger Essent ein Angebot und stößt damit bei den Niederländern auf Wohlwollen. RWE und Essent hätten sich über die Konditionen für ein verbindliches Barangebot an die Anteilseigner von Essent geeinigt, teilte RWE am Montag mit. Die Essener wollen sämtliche Anteile erwerben, ausgenommen ist jedoch das Verteilnetz- und Entsorgungsgeschäft. Mit der Ankündigung bestätigen sich Gerüchte der vergangenen Wochen, wonach RWE im Rennen um Essent vorne liegen sollte. Die Übernahme wäre der erste größere Zukauf unter Konzernchef Jürgen Großmann.

Analysten bewerten den sich abzeichnenden Deal positiv. Thomas Deser, Branchenexperte und Analyst bei Union Investment, sagt: "Essent passt sehr gut zu RWE. Der holländische Markt würde das Porfolio von RWE optimal bereichern. Essent ist bei der Windenergie stark vertreten. Diesen Bereich wollte RWE ohnehin ausbauen."

Auch der Kaufpreis geht laut Deser in Ordnung: "Den Kaufpreis von vermutlich gut neun Milliarden Euro würde ich als gerechtfertigt ansehen. RWE steht nicht unter Druck. Es gibt keinen Grund, für Essent einen übertriebenen Preis zu bezahlen. RWE-Chef Großmann ist nicht vom Kapitalmarkt getrieben."

RWE stellt das Angebot unter den Vorbehalt, dass die Aktionäre RWE mindestens 80 Prozent des ausstehenden Grundkapitals von Essent andienen. Im Fall einer Annahmequote von 100 Prozent entspreche die Übernahme vor Abzug der Nettoverschuldung einem Unternehmenswert von rund 9,3 Mrd. Euro. Großmann sieht in Essent „einen perfekten Partner“ für RWE. Essent versorgt in den Niederlanden rund 30 Prozent aller Haushalte mit Energie und ist dort damit eines der größten Versorgungsunternehmen. Die Anteile werden derzeit von 136 Gesellschaftern - überwiegend Kommunen und Provinzen - gehalten. Mit dem Erwerb von Essent wird RWE den Angaben zufolge zu einem führenden Energieanbieter in den Benelux-Ländern. Die Marke Essent will RWE aufrechterhalten.

Das Unternehmen rechnet mit Synergien, die ab 2014 rund 100 Mio. Euro pro Jahr ausmachen sollen. RWE hat zur Finanzierung einen neuen Kreditrahmen in Höhe von neun Mrd. Euro unterzeichnet, dieser macht den Angaben nach den Großteil aus. Der Rest soll über Barguthaben finanziert werden. Der Transaktion müssen noch die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Vorstand und Aufsichtsrat von Essent empfehlen den Anteilseignern, das Angebot anzunehmen. Sie hätten die Transaktion eingehend geprüft und seien zu dem Schluss gekommen, dass eine Partnerschaft im Interesse der Anteilseigner sei. Das niederländische Unternehmen hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben ohne das Netz- und Entsorgungsgeschäft bei einem Umsatz von rund 6,55 Mrd. Euro einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 882 Mio. Euro erwirtschaftet.

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