Verstaatlichte Bank: RBS will trotz Milliarden-Verlust Boni ausschütten

Verstaatlichte Bank
RBS will trotz Milliarden-Verlust Boni ausschütten

Die Royal Bank of Scotland will Boni von über 500 Millionen Pfund ausschütten – und das als verstaatlichte Bank, die acht Milliarden Pfund Verlust schreibt. Labour-Politiker kritisieren die Banker als dreist und gierig.
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LondonDer Royal Bank of Scotland (RBS) steht voraussichtlich ein Streit mit der Politik über hohe Bonuszahlungen ins Haus. Drei mit der Situation vertraute Personen sagten Reuters am Mittwoch, die staatlich kontrollierte britische Großbank habe sich trotz anhaltend roter Zahlen und einem massiven Stellenabbau mit den zuständigen Behörden darauf geeinigt, Sondervergütungen in Höhe von mehr als 500 Millionen Pfund für 2013 zu zahlen. Im Jahr zuvor waren es 679 Millionen Pfund gewesen. Zuletzt gab es schon beim Rivalen Barclays trotz schwacher Zahlen hohe Sondervergütungen, was in der Politik für Unmut gesorgt hatte.

RBS wollte sich nicht zu den Reuters-Informationen äußern. Zuvor hatte schon der TV-Sender Sky News berichtet, trotz der schwachen Geschäftslage sollten Boni in Höhe von 550 Millionen Pfund (rund 670 Millionen Euro) ausgeschüttet werden. Am Donnerstag will das Institut seine Bilanz für das vergangene Jahr vorlegen. Es wird mit einem Verlust von acht Milliarden Pfund gerechnet.

Politiker der oppositionellen Labour-Partei sagten, RBS zeige das hässliche Gesicht der Finanzbranche. Dreist und gierig seien die Banker, schimpfte John Mann, der für Labour im Finanzausschuss des Parlaments sitzt. Der konservative Premierminister David Cameron hat bereits angekündigt, dass die britische Regierung als Mehrheitseigner einer Erhöhung der insgesamt gezahlten Gehälter in der Investmentbanking-Sparte nicht zustimmen werde.

RBS wurde in der Finanzkrise mit Steuergeldern von umgerechnet 55 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Seitdem kontrolliert die Regierung 81 Prozent der Anteile. Anders als etwa bei Lloyds, wo der Ausstieg bevorsteht, wird die Regierung Insidern zufolge bei RBS noch drei bis fünf Jahre an Bord bleiben. Das Geldhaus hat bislang in jedem Jahr seit der Rettung 2008 rote Zahlen geschrieben.

Der neue RBS-Chef Ross McEwan wird Donnerstag auch seine Strategie für die nächsten Jahre vorstellen. Es wird erwartet, dass das Investmentbanking und das Auslandsgeschäft gestutzt werden und der Fokus stattdessen auf Privat- und Firmenkunden im Heimatmarkt liegen soll. Insidern zufolge könnten bei der RBS - auch durch Verkäufe - bis zu 30.000 Jobs wegfallen. Ein Großteil der Stellenstreichungen ist bereits bekannt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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