Verstoß gegen US-Sanktionen

Deutsche Bank zahlt 258 Millionen Dollar

Erneut muss die Deutsche Bank eine hohe Millionenstrafe in den USA bezahlen. Diesmal geht es um verbotene Geschäfte mit Syrien und Iran. Im Vergleich zu anderen kommt das Geldhaus noch günstig davon.
Update: 05.11.2015 - 12:57 Uhr
Das deutsche Geldhaus muss in den USA erneut eine hohe Strafe zahlen. Quelle: Reuters
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Das deutsche Geldhaus muss in den USA erneut eine hohe Strafe zahlen.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Deutsche Bank muss wegen Verstößen gegen US-Sanktionen 258 Millionen Dollar (rund 236 Millionen Euro) bezahlen und kommt damit billiger davon als von vielen Experten erwartet. Die französische Großbank BNP Paribas war 2014 zu einer Strafe von knapp neun Milliarden Dollar verdonnert worden. Die Commerzbank musste wegen Sanktionsverstößen und Geldwäsche-Vorwürfen im Frühjahr 1,45 Milliarden Dollar berappen.

Die Einigung mit der New Yorker Finanzaufsicht und der US-Notenbank Fed kam schneller zustande als Bank-Insider erwartet hatten. Im Zentrum standen Transaktionen für Kunden aus Staaten wie Syrien und dem Iran, gegen die Amerika Sanktionen verhängt hat. Zwischen 1999 und 2006 habe Deutschlands größte Bank Transaktionen im Volumen von 10,9 Milliarden Dollar abgewickelt und dabei „untransparente Methoden und Praktiken” verwendet, um diese zu verschleiern, erklärten die Behörden.

„Die Praxis wurde bereits vor mehreren Jahren beendet, und seitdem haben wir alle Geschäfte mit Gegenparteien aus den betroffenen Ländern eingestellt”, teilte die Deutsche Bank mit. Das Institut sei froh über die Verständigung. Sie muss im Rahmen der am Mittwochabend verkündeten Einigung sechs Mitarbeiter entlassen. Zahlreiche andere beteiligte Personen haben das Institut bereits verlassen. Zudem müssen die Frankfurter einen unabhängigen Aufseher installieren.

Die Deutsche Bank zahlt 58 Millionen Dollar an die US-Notenbank und 200 Millionen Dollar an die New Yorker Finanzaufsicht. Sie ist bei Geldhäusern besonders gefürchtet und kann ihnen im Extremfall die Banklizenz im weltweit größten Finanzmarkt entziehen. Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob andere US-Behörden in dem Fall weiter ermitteln.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

Die Deutsche Bank steht wegen diverser Skandale rund um den Globus im Visier von Ermittlungsbehörden und wurde in den vergangenen Jahren wiederholt zu Strafzahlungen verdonnert. Trotzdem lasten auf dem Geldhaus noch rund 1000 größere Rechtsstreitigkeiten. Für die Aufarbeitung der juristischen Altlasten hat sie inzwischen 4,8 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Allein im dritten Quartal mussten neue Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten über 1,2 Milliarden Euro gebildet werden.

  • dpa
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