Vertrag mit Fifa: Munich Re versichert die nächste Fußball-WM

Vertrag mit Fifa
Munich Re versichert die nächste Fußball-WM

Der Spezialist für Großrisiken schützt den Verband Fifa vor Einnahmeausfällen bei der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft. Unter den Versicherern für das Turnier in Brasilien nehmen die Münchener erneut eine führende Rolle ein. Es geht um Milliarden.
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FRANKFURT. Der Rückversicherer Munich Re versichert die nächste Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Jahr 2014. "Wir sind wieder dabei", bestätigte ein Sprecher des Spezialisten für Großrisiken gegenüber dem Handelsblatt. Zahlen für die Ausfallversicherung wollte der Versicherer nicht nennen, das sei Sache des Weltverbandes Fifa. Doch in Branchenkreisen wird den Münchenern erneut eine führende Rolle zugeschrieben.

Der Welt-Fußballverband Fifa versichert seine wichtigste Einnahmequelle, die alle vier Jahre stattfindende Weltmeisterschaft, erneut mit 650 Mio. Dollar gegen Verlegung oder Vertagung. Die Police deckt nicht alle denkbaren Einnahmeausfälle der Fifa, so dass der Verband im Extremfall selbst mit eigenen Mitteln einspringen müsste. Das größte Risiko der Veranstalter ist, dass werbeträchtige Fernsehübertragungen wegfallen. Diese sind von Turnier zu Turnier stetig in die Höhe gegangen.

Die Versicherer zahlen jedoch Einnahmeausfälle nur in bestimmten Fällen wie bei einem Terroranschlag, einer Epidemie oder einer Naturkatastrophe. Dies geht aus dem Jahresbericht der Fifa hervor. Der Grund für diese Einschränkung: Seit dem Terroranschlag in New York 2001 versprechen die Unternehmen keinen Totalschutz mehr.

Die Wahrscheinlichkeit eines Turnierausfalls schätzen die Versicherer auf ein Prozent. Bisher haben die Unternehmen mit diesen Policen gute Geschäfte gemacht, weil es keine Ausfälle gab.

Den größten Teil der Versicherungssumme der Fifa dürfte wieder Munich Re übernehmen. Der Versicherer selbst nennt wegen Vertraulichkeitsklauseln keine Zahlen zu Einzelpolicen. Bekannt ist nur, dass Munich Re bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika einen Ausfallschutz von 350 Mio. Dollar übernommen hatte. Darin sind auch Vereinbarungen mit lokalen Verbänden enthalten.

Insgesamt geht es bei einer Weltmeisterschaft für die Versicherer um wesentlich höhere Summen. Schon im Vorfeld versichern sie zum Beispiel Bauarbeiten. Für das Turnier in Südafrika schätzte Munich Re den zugesagten Schutz auf rund fünf Mrd. Dollar. Dabei seien vielfältige Einzelversicherungen, die für Stars oder deren Verbände und Vereine geschlossen würden, noch gar nicht mitgerechnet.

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