Vertrieb von Konten, Kreditkarten und Kredite über die Versicherungsagenturen: Dresdner Bank greift die Sparkassen an

Vertrieb von Konten, Kreditkarten und Kredite über die Versicherungsagenturen
Dresdner Bank greift die Sparkassen an

Bei der Allfinanzstrategie des Versicherungskonzerns Allianz und seiner Tochter Dresdner Bank steht in diesem Jahr eine Offensive bei den klassischen Bankprodukten für Privatkunden ganz oben auf der Agenda.

FRANKFURT/M. „Die Vermittlung von Konten, Karten und Krediten rückt ab diesem Jahr bei unseren 10 000 Agenturen in den Fokus“, sagte Reiner Hagemann, Vorstandsvorsitzender der Allianz-Versicherungs AG und Chef der Allianz Sachgruppe Deutschland. Ziel sei es, rund 300 000 Neukunden für Bankprodukte zu gewinnen. Diese sollen vor allem von den Sparkassen und Genossenschaftsbanken abgeworben werden, die Präsenz in der Fläche werde bei dem Allfinanzkonzern eine Renaissance erleben. Eine Ausnahme bleiben aus einer historischen Verbindung heraus die Genossenschaftsbanken in Bayern. Hier wird die Offensive ausfallen, da die Volks- und Raiffeisenbanken im Süden der Republik wesentlich zum Vertriebserfolg der Lebensversicherung beitragen. Für die aggressivere Vermarktung der Produkte rund um das Konto würden in diesem Jahr circa 80 Mill. Euro investiert, sagte Dresdner-Bank-Vorstandschef Herbert Walter. Im Jahr 2009 werde dann voraussichtlich die Gewinnschwelle erreicht.

Damit zeichnet sich in Deutschland 2005 ein harter Verteilungskampf im Privatkundengeschäft ab. Die Sparkassen und Volksbanken haben jüngst mehrfach erklärt, dass sie nicht länger zusehen wollen, wie Direktbanken und Finanzvertriebe wie MLP und AWD in ihrem Revier wildern. Unter anderem wollen sie mit mobilen Vertriebskonzepten kontern. Mit den Angeboten der Dresdner Bank via Allianz-Agenturen dürfte sich der Wettbewerb nochmals intensivieren. In einer Pilotphase hat der Allfinanzkonzern bereits im Vorjahr einfache Bankprodukte über die eigenen Vertreter abgesetzt. Dabei stieg das Geschäftsvolumen laut Hagemann um 62 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Darin ist allerdings das Geschäft mit Wertpapierfonds des Dit und mit Immobilienfonds der Degi enthalten, die über die Allianz-Organisation ein Netto-Mittelaufkommen von 712 Mill. Euro erreichten.

Dresdner-Bank-Chef Walter sieht auch in der demographischen Entwicklung Deutschlands gute Chancen für sein Haus. Während das Langfristsparen als Domäne der Allianz in der mittleren Lebensphase ihren Höhepunkt erreiche, setze bei der Altersgruppe ab 65 Jahren in Zukunft eine lange Entsparphase ein. Hier könne man mit entsprechenden Bankprodukten profitieren. Als Beispiel nannte Walter das private Immobilienvermögen. Bei „Reverse Mortgages“ – einer umgekehrten Hypothek – sieht er in den nächsten 20 bis 30 Jahren großes Potenzial. Bei diesem Geschäft geht das Haus in den Besitz der Bank über, und die ehemaligen Besitzer bekommen dafür eine lebenslange Rente ausgezahlt. Das eignet sich vor allem für Menschen, die ihre gesamte Altersvorsorge in die eigenen vier Wände gesteckt haben, sich aber mehr Geld zum Ausgeben wünschen.

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