Vetternwirtschaft
Ermittlungen gegen Deutsche Bank in China

Die Einstellungspraxis der Deutschen Bank in der Asien-Pazifik Region wird Gegenstand von Ermittlungen. Der Grund: Die Bank steht wie auch andere Geldinstitute unter dem Verdacht der Vetternwirtschaft.
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FrankfurtErmittler nehmen die Deutsche Bank wegen des Verdachts der Vetternwirtschaft in China ins Visier. „Diverse Aufsichtsbehörden untersuchen die Einstellungspraxis der Deutschen Bank in der Region nehmen die Deutsche Bank wegen des Verdachts der Vetternwirtschaft in China ins Visier. „Diverse Aufsichtsbehörden untersuchen die Einstellungspraxis der Deutschen Bank in der Region Asien-Pazifik“, erklärte das Institut am Donnerstag in seinem Prospekt zur Kapitalerhöhung. Die Ermittler prüften, „ob Bewerber auf Empfehlung von Führungskräften aus staatlichen Einrichtungen oder Unternehmen eingestellt wurden“ und ob die Bank damit gegen Anti-Korruptionsgesetze verstoßen habe.

Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt in der Sache bereits gegen JP Morgan und andere Banken. Sie hat den Verdacht, dass die Institute Kinder prominenter Chinesen eingestellt haben, um an lukrative Aufträge von staatseigenen Unternehmen zu kommen. Die Deutsche Bank beschäftigt laut einem Bericht der „Financial Times“ aus dem Jahr 2012 unter anderem Wang Yang, die Tochter des stellvertretenden Ministerpräsidenten.

Das Frankfurter Geldhaus wollte sich dazu und zu den Details der Ermittlungen nicht äußern. Im Prospekt für die Investoren hieß es lediglich, sie kooperiere mit den Ermittlungsbehörden.

Viele Banken haben ihre Einstellungspraxis in China angesichts der Ermittlungen gegen JP Morgan auf den Prüfstand gestellt. Das US-Recht verbietet es zwar nicht, politisch gut vernetzte Mitarbeiter anzustellen. Kritisch wird es allerdings dann, wenn die Anstellung vor allem das Ziel verfolgt, dass daraus neue Geschäftsbeziehungen entstehen. Laut Bankern ist der Grat zwischen potenzieller Korruption und Gefälligkeiten für Bekannte schmal. „Die Finanzbranche lebt davon, dass man anderen Leuten einen Gefallen tut“, sagte ein in Hongkong ansässiger Investmentbanker. „Nur so dreht sich das Rad.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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