Vetternwirtschaft
Morgan Stanley in China unter Korruptions-Verdacht

Die Investmentbank Morgan Stanley ist ins Visier der US-Behörden geraten. Die Vermutung: Das Institut hat in China Kinder prominenter Landsleute angestellt hat, um an lukrative Aufträge heranzukommen.
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WashingtonDie Ermittlungen der US-Behörden wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft in China betreffen einem Insider zufolge nun auch die Investmentbank Morgan Stanley. Das US-Justizministerium arbeite dabei eng mit der Wertpapieraufsicht SEC zusammen, die mehrere Banken unter die Lupe nehme, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde geprüft, ob die Institute durch die Anstellung von Kindern prominenter Landsleute in China lukrative Aufträge gewonnen und damit möglicherweise gegen US-Korruptionsgesetze verstoßen hätten. Ein Sprecher von Morgan Stanley wollte keine Stellung nehmen.

Ein weiterer Insider bestätigte, dass die SEC bei Morgan Stanley Informationen zu der Anstellungspraxis in China angefordert habe. Im August war bekannt geworden, dass die Aufsichtsbehörde wegen Vetternwirtschaft in China gegen JP Morgan ermittelt. Die US-Großbank sicherte zu, mit den Behörden zu kooperieren. Welche weiteren Geldhäuser untersucht werden, war zunächst nicht bekannt.

Bei Investmentbanken ist es Insidern zufolge gängige Praxis, nach Angestellten mit Regierungsbeziehungen Ausschau zu halten. Vor allem in China ist dies wegen der wichtigen Rolle der Kommunistischen Partei in der Wirtschaft von Bedeutung. Das US-Recht verbietet es Unternehmen zwar nicht, politisch gut vernetzte Mitarbeiter anzustellen. Kritisch wird es aber dann, wenn die Anstellungen vor allem den Zweck haben, daraus neue Geschäftsbeziehungen zu generieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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