Viele Institute in Not
Sparkassen ohne Schadenfreude wegen Deutscher Bank

Kleinen Sparkassen stehen schwere Zeiten bevor. Sie trifft die strikte Regulierung, weil die Kosten im Vergleich zur Größe hoch sind. Die Schwierigkeiten von Deutschlands größter Bank bringen da auch keine Erleichterung.

FrankfurtDie deutschen Sparkassen hatten sich als Gewinner der Finanzkrise fühlen dürfen. Mit ihrem als solide, risikoarm und lokal verbunden geltendem Geschäft kamen die öffentlich-rechtlichen Geldhäuser selbst gut durch die turbulente Zeit. Doch die Aussichten besonders für die kleinen Kreditinstitute unter den Sparkassen – Ähnliches gilt für die Volks- und Raiffeisenbanken – sind alles andere als rosig.

Schuld daran sind die Folgen der Finanzkrise, die niedrigen Zinsen und zusehends mehr Regeln für Banken. „Kleinen Sparkassen bereitet die nach der Krise verschärfte Regulierung große Probleme“, sagte Gerhard Grandke, Chef des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen. „Sie würden in Branchenhaft genommen, obwohl sie mit der Finanzkrise nichts zu tun gehabt hätten“, kritisiert Grandke.

Trotzdem würden auch kleine Geldhäuser härtere Vorschriften erfüllen, etwa bei der Geldwäsche. „Allerdings steigen dadurch die Kosten gerade für die kleinen Sparkassen stark an“, beklagte Grandke – weil die Umsetzung der Regulierung bestimmte Fixkosten hat, die kleine wie große Häuser gleich treffen. Die strengeren Vorgaben sollen verhindern, dass Schieflagen von Banken wie im Jahr 2008 nicht ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen und dass nicht wieder Steuerzahler für Banken in Schieflage einspringen müssen.

Grandke rechnet damit, dass sich künftig mehr Sparkassen zusammenschließen, und er erwartet „Fusionen an vielen Stellen“. Bei Bedarf könnten allerdings die kleinen von mittelgroßen bis großen Sparkassen problemlos aufgenommen werden. Der Sparkassenfürst kennt die Schwierigkeiten kleiner Sparkassen bestens. Sechs der zehn kleinsten Sparkassen Deutschlands sitzen in Hessen. Ihre Bilanzsumme ist maximal rund 250 Millionen Euro groß.

Das gilt ähnlich für die Volks- und Raiffeisenbank, von denen viele noch einmal deutlich kleiner sind als die kleinen Häuser unter den Sparkassen. „Wir sind die Lebensversicherung für die kleinen Banken in der Region“, drückt es der Chef einer großen Genossenschaftsbank aus, die bereits viele Fusionen hinter sich hat. Soll heißen: Gerät eines der kleinen Häuser in Probleme oder wird nicht mehr mit der Regulierung fertig, kann es bei dem großen Nachbarn unterschlüpfen.

Bei den Volks- und Raiffeisenbanken, von denen es Ende 2015 gut 1000 gab, wird dieses Jahr mit rund 50 Fusionen gerechnet. Beim IT-Dienstleister der Sparkassen, der Finanz Informatik, waren zuletzt rund 20 Zusammenschlüsse angemeldet, wie das Handelsblatt aus Sparkassenkreisen erfuhr. Mehrere Sparkassen haben ihre Fusion dieses Jahr bereits durchgezogen. Hatte es Ende 2015 noch 413 Sparkassen gegeben, sank die Zahl inzwischen auf 408.

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