Vierländerbörse hebt mögliche Synergien hervor, nennt aber noch keinen Kaufpreis: Euronext steigt in den Kampf um die Londoner Börse ein

Vierländerbörse hebt mögliche Synergien hervor, nennt aber noch keinen Kaufpreis
Euronext steigt in den Kampf um die Londoner Börse ein

Inmitten wachsender Kritik an den Übernahmeplänen der Deutsche Börse AG hat die Vierländerbörse Euronext gestern offiziell ihr Interesse an der London Stock Exchange (LSE) bekundet. Euronext nannte allerdings keinen Kaufpreis.

ali/dih/fs/pot LONDON/FRANKFURT. Auch die Standortfrage und mögliche Personalien ließ Euronext-Chef Jean-Francois Theodore offen. Er bezifferte das Einsparpotenzial auf 203 Mill. Euro, gut doppelt so hoch wie die Synergien des deutschen Bewerbers. Gemeinsam mit London könnte das Bündnis der Aktienmärkte Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon die New Yorker Börsen Nyse und Nasdaq herausfordern, sagte Theodore in London.

Damit ist der erwartete Wettkampf um die in Europa führende Aktienbörse nun auch offiziell eröffnet. Die Deutsche Börse hatte im Dezember ein Übernahmeangebot in Höhe von 530 Pence je Aktie vorgelegt, das die LSE mit umgerechnet fast zwei Mrd. Euro bewertet. Einige Minderheitsaktionäre äußerten sich skeptisch über den Sinn eines Zusammengehens.

Theodore hob sehr detailliert die höheren Synergien hervor, um den Aktionären der LSE eine Kombination schmackhaft zu machen. Von den 203 Mill. Euro will er drei Viertel durch Kostensenkungen erreichen, den Rest durch Umsatzsteigerungen. Dafür erwartet er einen Aufwand von 204 Mill. Euro.

Richard Dunbar vom LSE-Großaktionär Scottish Widows Investment Partnership nannte die Offerte glaubwürdig. „Wir sind nicht überrascht, dass die Euronext diesen Schritt gemacht hat.“ Ein Analyst einer europäischen Adresse sagte zwar, dass Zahlen über Synergien häufig gerne übertrieben würden. Allerdings sei es clever, die Zahlen – anders als die Deutsche Börse – sehr detailliert herunter zu brechen. Überrascht zeigte man sich am Markt darüber, dass Theodore der aktuellen LSE-Chefin Clara Furse nicht öffentlich eine Position angetragen hat. Die LSE wollte dies nicht kommentieren. In ihrem Umfeld hieß es, dass die Struktur wichtiger sei als die Positionen. Inhaltlich seien aber kaum Unterschiede zwischen den Angeboten zu erkennen – auch wenn die Euronext anders als die Deutsche Börse den Aktienmarkt nicht nach London schieben will.

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