Vodafone Wallet im Selbstversuch So klappt das Bezahlen mit dem Handy

Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone gehört zu den großen Trends in der Finanzbranche. Unsere Autorin hat nach Payback Pay nun den zweiten Selbstversuch gestartet – und beim Test der Vodafone Wallet einiges gelernt.
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In der App können das Paypal-Konto oder eine Visa-Kreditkarte hinterlegt werden. Quelle: Screenshot
Screenshot der Vodafone Wallet

In der App können das Paypal-Konto oder eine Visa-Kreditkarte hinterlegt werden.

(Foto: Screenshot)

FrankfurtAn der Kasse mit dem Smartphone bezahlen ist für mich eigentlich nichts Neues mehr. Nach zehn Monaten Erfahrung mit Payback Pay – der Bezahlfunktion des Bonusprogramms Payback – bin ich längst routiniert. Und nicht nur ich, auch die meisten Kassierer wissen inzwischen sofort, was ich meine, wenn ich den QR-Code von meinem Smartphone einscanne und „mit Payback Pay“ sage. Nur noch selten kommt die Nachfrage, ob ich mit Payback-Punkten zahlen wolle, das Missverständnis ist dann schnell geklärt.

Laut meinem Punktekonto habe ich inzwischen mehr als 90 Mal per Payback Pay gezahlt – also zwei bis drei Mal pro Woche. Ich finde das bequem, denn mein Smartphone habe ich meist ohnehin besser griffbereit als das Portemonnaie und das Bezahlen geht schneller als mit Bargeld oder Bankkarte. Womöglich gehöre ich damit schon zu den „heavy users“, den Intensivnutzern; Payback gibt aber keine Nutzer- oder Transaktionszahlen heraus.

Jetzt ist es an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren, diesmal ohne QR-Code, dafür mit NFC. Das steht für „Near Field Communication“ und ist ein Standard für die Funkübertragung von Daten auf kurze Distanz – in diesem Fall vom Smartphone zum Kassenterminal. Diese Technologie nutzen auch die NFC-Giro- oder Kreditkarten, die aktuell verstärkt ausgegeben werden; ebenso die Konkurrenzsysteme Apple Pay oder Android Pay. Auch die Kunden der Deutschen Bank sollen ab sofort mit ihrer Smartphone-App per NFC zahlen können, sofern sie ein Android-Gerät und eine Mastercard haben.

Aber darum soll es in diesem Test nicht gehen. Neben den Banken ist auch ein Mobilfunkanbieter im Bereich des Zahlungsverkehrs aktiv. O2 und die Telekom haben ihre Wallets, also ihre digitalen Geldbörsen, eingestellt. Vodafone aber hat kürzlich den Neustart verkündet und kooperiert nun mit dem Kreditkartenanbieter Visa und dem Online-Bezahldienst Paypal – was Vodafone selbst als „kleine Revolution“ bezeichnet. Dieses Angebot teste ich nun.

Am Anfang steht die Frage: Erfüllt mein Smartphone überhaupt die nötigen Bedingungen? Die Wichtigste: Es läuft mit dem Google-Betriebssystem Android und es hat eine NFC-Schnittstelle. Hätte ich ein iPhone, wäre der Test an dieser Stelle schon vorbei, denn Apple gibt die NFC-Schnittstelle seiner Smartphones nicht für andere Anbieter frei. iPhone-Nutzer können derzeit nur per Apple Pay über die NFC-Verbindung bezahlen. Eine Liste der kompatiblen Android-Geräte hat Vodafone auf seiner Website publiziert. Alle gängigen Geräte sollen dabei sein.

Die zweite Bedingung: ein Vodafone-Vertrag. Check, den habe ich. Die dritte Bedingung: eine NFC-SIM-Karte. Habe ich die? Ein Anruf bei der Kunden-Hotline, und ich erfahre: „Ja, die haben Sie, die geben wir schon seit Jahren aus.“ Die letzte Bedingung ist eine aktuelle Android-Version – passt auch.

Die technischen Voraussetzungen sind erfüllt, nun schnell im Google-Playstore die App „Vodafone Wallet“ herunterladen, installieren und los geht's. Beim Start der neuen App werde ich von acht Seiten Allgemeinen Geschäftsbedingungen, konkret „Bedingungen für virtuelle Karten“, und fünf Seiten „Nutzungsbedingungen ,Vodafone Wallet'“ ausgebremst. Im vergangenen Jahr hatten in einer Schufa-Studie nur 38 Prozent der Befragten angegeben, dass sie häufig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) lesen. Jetzt gehe ich mal mit gutem Beispiel voran.

Die liebsten Zahlungsarten der Online-Shopper
Platz 10: Bezahlen mit Amazon
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Beim Bezahlen via Amazon können Kunden mit ihren bei Amazon hinterlegten Daten zahlen. Der Anteil dieser Zahlungsart am Umsatz des deutschen Onlinehandels lag 2015 bei 1,1 Prozent. Das hat eine aktuelle Studie zum Thema „Online-Payment 2016“ des EHI Retail Institute für Handel ergeben.

Platz 9: Zahlen bei Abholung
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Bezahlen bei Abholung müssen die Verkäufer selbst anbieten. Hierbei fährt der Kunde zum Verkäufer hin und zahlt, sobald er die Ware in der Hand hält. 2,3 Prozent machte der Anteil dieser Zahlungsart 2015 am Umsatz des deutschen Onlinehandels aus.

Platz 8: Nachnahme
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2,4 Prozent machte der Anteil der Nachnahme am Umsatz des deutschen Onlinehandels 2015 aus. Bei der Nachnahme zahlt der Kunde die Ware, sobald er sie geliefert bekommt. Die Bezahlung erfolgt dann an das ausführende Post- bzw. Logistikunternehmen.

Platz 7: Sofortüberweisung
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Bei der Sofortüberweisung werden die gewohnten Zugangsdaten für das Onlinebanking in ein geschütztes Zahlungsformular eingegeben. Von dort werden die Daten dann an die eigene Bank weitergeleitet, und anschließend funktioniert das Prinzip wie das normale Onlinebanking. 2015 betrug der Anteil dieser Zahlungsmethode am Umsatz des deutschen Onlinehandels 2,5 Prozent.

Platz 6: Ratenkauf / Finanzierung
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Ratenkauf und Finanzierung machten 2015 einen Anteil von 3,8 Prozent am Umsatz des deutschen Online-Handels aus.

Platz 5: Vorkasse
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Immerhin 7,4 Prozent betrug der Anteil der Bezahlung per Vorkasse am Umsatz des deutschen Onlinehandels. Das macht im Ranking Platz 5 der beliebtesten Onlinezahlungsarten der Deutschen.

Platz 4: Kreditkarte
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Zahlen per Kreditkarte ist beim Onlineshopping im Kommen. 2014 betrug der Anteil am Umsatz noch 10,8 Prozent. 2015 waren es schon zwölf Prozent. Ein Grund könnte die Deckelung der Interchange-Gebühren auf 0,3 Prozent sein, die die Wettbewerbsfähigkeit der Kreditkarte im Onlinehandel gestärkt hat. Dadurch ist es für Händler attraktiver geworden, ihren Kunden diese Zahlungsart anzubieten.

Ich erfahre, dass ich einen Vertrag mit der britischen Raphaels Bank schließen muss, um eine virtuelle Karte in der Wallet hinterlegen zu können. Dass dafür eine Bank aus Großbritannien genutzt wird, überrascht nicht weiter, schließlich ist auch die Vodafone Group ein britisches Unternehmen. Diese Karte soll virtuell mit meiner Finanzquelle – also einer Visa-Karte oder einem Paypal-Konto – verbunden und auf der SIM-Karte gespeichert werden. In der Wallet erscheint die Karte als Visa-Debit-Karte, ganz gleich, ob der Kunde eine Visa-Kreditkarte oder ein Paypal-Konto hinterlegt hat. Zu beachten ist: Wenn eine Kreditkarte – wie etwa die Payback-Kreditkarte – mit Vorteilen wie Treuepunkten verknüpft ist, werden beim Einsatz über die Wallet nur Umsatzpunkte, aber keine Sonderpunkte gutgeschrieben.

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15 Kommentare zu "Vodafone Wallet im Selbstversuch: So klappt das Bezahlen mit dem Handy"

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  • Das Wirtschaftswachstum hängt an der Privatverschuldung und der Aufnahme immer neuer Kredite durch die Konsumenten. Kaum ein Durchschnittsbürger/Verdiener kann einen MIttelklasse-Neuwagen in bar bezahlen, alles wird auf Ratenzahlungsbasis oder Kredit finanziert, egal ob die Wohnungseinrichtung, das neue Handy oder iPhone, iPad, Mac, der neue riesengroße TV-Bildschirm, usw.
    Zum Beispiel Zitat Mediamarkt-Werbung: Geiz ist geil, ich bin doch nicht blöd, weil ich es mir wert bin, Nullzinsfinanzierung bei Handy, Foto, Waschmaschine und Elektronik.
    Bar können viele die teuren Kameras, Handys, Flachbildschirme eben nicht bezahlen, also wird auf Teufel komm raus ratenfinanziert, mal will ja dazugehören, zur schicken durchoptimierten Lifestyle-Gesellschaft, die zwar nichts auf der hohen Kante hat, aber trotzdem alles haben muss, was die Werbe- und Marketingstrategen der Brot- und Spaßindustrie anpreisen.
    Kommt es dann zur großen Finanz- und Wirtschaftskrise, brechen die scheinbar so wohlhabenden und gutsituierten Mittelstandsexistenzen über Nacht zusammen.
    Ohne Plastikgeld und Dispokreditlinie ist von heute auf morgen für viele Millionen Haushalte die Zahlungsunfähigkeit angesagt.

  • Herr Marc Hofmann@ Da haben Sie recht, der Widerstand der Leitungen ist ein Problem, angeblich gibt es da eine Lösung. So rein Ökoreligios ist aber Tschernobyl
    schon eine Lösung, kann man doch die nutzlosen Solar- und Windanlagen weiter
    mit guten Gewissen betreiben und erst das EEG, der Renner unter den Abzockabgaben wäre gesichert.

  • @Ciller Gurcae 05.04.2017, 09:50 Uhr

    "Tja, wenn ich das Handy verliere oder wenn es von einem Ausländer gestohlen wird, dann ist zeitgleich auch meine Geldbörse weg."

    Die einfachste Art, jemanden vollständig lahmzulegen bzw. aus der Gesellschaft zu entfernen wird sein:

    Handy wegnehmen, kräftig drauftreten, SIM-Karte knicken.

    Das bedeutet: kein Geld, keine Bewegungsmöglichkeit, keine Kommunikationsmöglichkeit. Toller Fortschritt.

  • Kenne viele in meinem Umfeld, die schon heute bei fast Nullzinskrediten kaum noch über die Runden kommen und ihre Zahlungsverpflichtungen einhalten können.
    Wenn dann wieder die Zinsen auch nur ein klein wenig ansteigen sollten, werden viele Schuldner zahlungsunfähig sein und ihre Kredite und Ratenzahlungen nicht mehr bedeinen können. Da brauche ich mir dann auch keine Gedanken mehr um Handyzahlungsmöglichkeiten zu machen!
    Pleite ist Pleite ist Pleite.
    In den USA ist die Lage bei der Privatverschuldung befeuert durch billige Kredite noch viel dramatischer. Und hier macht die EZB genau das gleiche, sie lockt viele Menschen durch ihre Nullzinspolitik in die endgültige Überschuldungsfalle.

  • @Peter Spiegel
    Bevor ich mich der IT komplett verschreibe, will ich schon zuvor sicher gehen, dass ich auch einen ständigen und billigen Stromfluss habe...die Akkus jederzeit aufladen kann und auch jederzeit in mein verkabeltes IT-Haus komme...somit sollten wir die Deutsche Kernkraftwerke erst einmal wieder ans Netz bringen und die Kernkraft in Deutschland ausbauen...außer die Tschechen oder die Polen oder Franzosen übernehmen in Zukunft die Deutsche Stromversorgung via CO2 armen Kernkraftwerksstrom...Tschernobyl ist etwas zuweit weg...zuviel Transportverluste.

  • Aber Hofman, das Stromproblem ist doch dank Tschernobyl gelöst. Ohne CO2 und günstig und ob Sie ein Handy benutzen oder nicht ist doch Ihre Sache, es geht doch darum, wer kann so ein System bauen und davon profitieren. Diese Firmen gibt es in Deutschland und sie betreiben diese Systeme seit Jahren.

  • Ich persönlich glaube, dass große Teile der bundesdeutschen Haushalte verschuldet sind.
    Der MIttelklasse-PKW ist kreditfinanziert oder geleast, oft sind in Familen sogar zwei Fahrzeuge abzubezahlen, dazu kommen oft Dauerdispokredite, Kreditkartennutzung, Ratenzahlungskredite für Konsumgüter (Elektronik, Handy usw.). Viele haben sich den Traum von einer kreditfinanzierten Immobilie erfüllt, welche jahrzehntelang unter Entbehrungen mühsam abbezahlt wird, sich aber dann in der nächsten (Welt)Wirtschaftskrise als auf Sand gebautes Kartenhaus, welches in sich zusammenfällt, erweisen wird. Immobilie weg und trotzdem noch ein Haufen Altschulden an der Backe. Gleiches gilt für die PKW Armada auf deutschen Straßen. Wieviele von den Mittelklasse- und Nobelkarossen, die tagtäglich im Land unterwegs sind, sind denn tatsächlich bezahlt und fahren schuldenfrei?

  • Herr Cucare: Meines Wissens nach finden Ausländer und Asylforderer immer nur Geldbörsen und große Bargeldbeträge auf der Strasse oder in alten Kleiderschränken.
    Die geben das auch immer artig bei der Polizei ab, allerdings erst, wenn genug Presse vor Ort ist, und der Photograf die Lise seiner Kamera vorher geputzt hat.

  • @Peter Spiegel
    Technik ist nicht gleich Technik und bei der INFORMATIONS-TECHNIK sollte man besonders genau überlegen, ob auch alles im privaten Eigeninteresse ist, was sich IT Fortschritt nennt..
    Anderes Beispiel...sie verdrahten und verkabeln ihr gesamtes Haus...ihr Haus ist eine ständige Informationsquelle für Sie und andere....es werden Daten über ihren Bewegungs- Alltagsablauf über ihre Gewohnheiten hin und her transportiert und sind bei Bedarf auch von anderen (Dritten) auswertbar...das alleine sollte einen schon zum Überlegen aufgeben aber was noch entscheident wichtiger ist....ihr I-Phone kann gestohlen werden oder sie können es verlieren...ihre Cloude (externer Speicher) kann gehackte werden...persönliche Daten können jederzeit verlorenen, geändert und ausgewertet werden...und ihr verkabeltes Zuhause...bei einen flächendeckenden Stromausfall bringen Sie da nicht mal mehr ihre Jalousien hoch bzw. runter...die Haustür lässt sich nicht mehr sperren bzw. entsperren....
    Die Digitale Welt...die IT-Welt...diese Welt braucht ständigen und zuverlässigen Stromfluss...in einer Zukunftigen CO2 freien Welt OHNE unseren Kraftswerkspark von Kohle, Gas und Kernenergie wird es auch keine IT-Digitale Welt mehr geben...hier hilft dann nur noch die mechanische Handwerkstechnik weiter.

  • @ Klaus Weber 05.04.2017, 10:00 Uhr

    "Klar, die Banken haben in der kommenden Krise Panik vor Bankruns ihrer Gläubiger, die dann ihre Guthaben als Barmittel einfordern und abheben wollen. Somit wären dann viele Banken pleite, weil eine Auszahlung aller Guthaben an die Bankgläubiger (sprich die Kunden/Sparer) eben nicht möglich wäre. "

    Vollkommen richtig. Allerdings haben Sie den Aspekt vergessen, daß ohne Bargeld auch Enteignungen per Knopfdruck (schnell) oder per Negativzinsen (schleichend) erst möglich werden. Genau deswegen fordern "Ökonomen" wie Ken Rogoff ganz offen die Abschaffung des Bargelds.

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