Volcker-Vorschriften US-Bankenregeln nach langem Gezerre beschlossen

Die Finanzkrise von 2008 soll sich nicht wiederholen. Nach zähem Ringen beschlossen US-Behörden nun strenge Auflagen, um das Treiben der Banken zu zähmen. Doch die schärfste Regel tritt erst 2015 in Kraft.
Update: 11.12.2013 - 07:17 Uhr 4 Kommentare
Die nach dem früheren Fed-Chef Paul Volcker benannte Regel verbietet Banken riskante Wetten auf eigene Rechnung. Quelle: Reuters

Die nach dem früheren Fed-Chef Paul Volcker benannte Regel verbietet Banken riskante Wetten auf eigene Rechnung.

(Foto: Reuters)

WashingtonFünf Jahre lang rangen in den USA Politik, Aufseher und Banken um neue Regeln für die Finanzbranche. Nun wurden sie endlich beschlossen. Vertreter der Regulierungsbehörden kamen am Dienstag in Washington zusammen. Sie beschlossen die neuen Vorschriften, die Teil der „Dodd-Frank“-Reform sind. Damit will die US-Regierung eine Finanzkrise wie 2008 nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers verhindern.

Die sogenannte Volcker-Regel verbietet den US-Banken Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechnung – den sogenannten Eigenhandel. Dieser war in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Triebkraft der Bankgewinne aufgestiegen. Nun sollen die Banken allein im Auftrag ihrer Kunden spekulieren. Diese Änderung krempelt das Geschäftsmodell der Wall-Street-Größen um. Zudem dürfen sich Goldman Sachs, JP Morgan und Co. künftig nicht mehr in Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds engagieren.

Eine Überraschung haben die Aufseher parat: Die US-Banken müssen erst Mitte 2015 ihren Eigenhandel eingrenzen. Bisher war die Anwendung für Juli 2014 vorgesehen. Den Eigenhandel haben viele Häuser schon vorab deutlich heruntergefahren oder ganz eingestampft. Viele frühere Bankhändler haben mittlerweile eigene Hedgefonds gegründet. Für diese Finanzinvestoren, die oft als Schattenbanken bezeichnet werden, gibt es bislang keine solchen Beschränkungen.

Die US-Notenbank Fed, die für die Regulierung von Derivaten zuständige Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und der Einlagensicherungsfonds FDIC haben den Banken mit der Verschiebung noch mehr Zeit eingeräumt. Zwei weitere Behörden stimmten dieser Regel auch zu – die Bankenaufsicht OFTC und die Börsenaufsicht SEC. Eine öffentliche Anhörung sagte die CFTC allerdings wegen des schlechten Wetters in Washington und der Gefahr eines Schneesturms ab.

Der Beschluss ist ein später Sieg für den Namensgeber der neuen Auflagen, Paul Volcker. Der ehemalige Präsidenten der Notenbank Fed und zeitweilige Berater von Präsident Barack Obama kämpft seit Jahren für eine schärfere Regulierung der Finanzwelt. Die Idee dahinter: Die Geschäfte der Geldhäuser sollen nicht mehr ausufern können und die Volkswirtschaft so in Gefahr bringen, dass Banken vom Staat gerettet werden müssen.

Doch die Geldhäuser wehrten sich hartnäckig gegen die strikteren Regeln. Sie beschweren sich, dass die Vorschriften ihre Gewinne drücken und den Handel belasten würde. Die Wall Street setzte die Lobby-Maschinerie in Gang und versuchte die Volcker-Regeln zu verwässern und hinauszuzögern.

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4 Kommentare zu "Volcker-Vorschriften: US-Bankenregeln nach langem Gezerre beschlossen"

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  • Die Finanzkrise wurde durch Immobilienkredite schlechter Qualität bzw. Bonität der Kreditnehmer ausgelöst.

    Lehman Brothers wurde deswegen nicht gerettet weil sie immer andere Prognosen für Gold, Öl usw. als Goldman Sachs hatten. Also mussten "die weg". Und da die "Goldmänner" mit Politik und FED so eng verbunden sind...

    Die größte Gefahr für das Finanzsystem sind die Schattenbanken (in China ganz übel), wiederbelebte Finanzprodukte die schon im Mittelalter verboten wurden (wie CDS u.ä., sind neue Märkte -> Wachstum -> noch mehr Profit) und natürlich die Gier und Habsucht einiger Männer, die sich mit Gott auf eine Stufe stellen (ist aber auch hier nur ein Spiegel der Gesellschaft).

    Irgendwann bricht das Finanzsystem heutiger Gestalt in sich zusammen. Mal schauen wie es dann weiter geht...

  • Ich kann diese Verschwörungstheorien nicht mehr hören - man sollte die Kommentarfunktion komplett abschalten. Qualifizierte Diskussionen gibt es hier ohnehin nicht.

  • korrekt, das beknakte Geldsystem des Finanzfaschismus System läuft weiter.

  • Beruhigungspillen für das tumbe Volk.
    Die Weichen sind gestellt, das Gold fast ganz verteilt und die Derivate warten darauf ihren vernichtenden Dienst zu tun - alles geplant. Warten wir auf das Startsignal - die Anhebung des Zinses des Fiat-Money FED Privatbanksterkartells....

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