Volks- und Raiffeisenbanken: Genossen drehen an Kostenschraube

Volks- und Raiffeisenbanken
Genossen drehen an Kostenschraube

Die Genossenschaftsbanken müssen knausern. Denn der Wettbewerb um Privatkunden und Spareinlagen ist knallhart. Eine Untersuchung zeigt jetzt: Wenn sie effizienter arbeiten, können sie 800 Millionen Euro sparen. Unter Betriebsräten wächst indessen die Unzufriedenheit.

FRANKFURT. Die deutschen Genossenschaftsbanken könnten durch den Abbau von Doppelarbeit bis zu 800 Mio. Euro einsparen. Das geht aus einer internen Untersuchung des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) hervor. "Kosten einsparen ist das große Thema im genossenschaftlichen Verbund", heißt es in einer Publikation der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die auf diese Zahlen Bezug nimmt.

Der Untersuchung zufolge, die im November dem BVR-Verbandsrat vorgestellt wurde, könnte die Fusion der beiden Rechenzentralen GAD und Fiducia zu niedrigeren Kosten von jährlich 100 bis 150 Mio. Euro führen. Der Gewerkschaft zufolge werden Fusionsgespräche der Rechenzentralen spätestens in der ersten Jahreshälfte 2009 empfohlen. Ein früherer Fusionsversuch war 2006 gescheitert. Der geplante Zusammenschluss der beiden Zentralbanken DZ Bank und WGZ Bank schlägt mit 100 bis 120 Mio. Euro zu Buche. Zudem sieht der Verbund die Möglichkeit Kosten zu sparen, indem administrative Aufgaben ausgelagert werden.

Der BVR wollte sich zu konkreten Zahlen nicht äußern. Doch die Genossenschaftsbanken verhehlen nicht, dass viele nicht nur das Geschäft ausbauen, sondern auch Kosten sparen wollen. Denn der Wettbewerb im Privatkundengeschäft und um Spareinlagen bleibt hart.

BVR-Präsident Uwe Fröhlich sagte dem Handelsblatt, dass er vor allem durch eine "Veränderung des Geschäftsmodells auf der Marktfolgeseite" Sparpotenzial sieht. Damit sind Aufgaben wie Zahlungsverkehr und andere administrative Tätigkeiten im Hintergrund des Filialgeschäfts gemeint. Hier liege der größte Kostenblock, der zu heben sei, sagte Fröhlich.

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