Volks- und Raiffeisenbanken
Genossenschaftler gegen gemeinschaftliche Haftung

Die Volks- und Raiffeisenbanken freuen sich über großen Kundenzulauf und steigende Überschüsse. Den Aufschwung nutzen die Genossenschaftsinstitute, um gegen die gemeinsame Haftung der Bankenbranche zu protestieren.
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FrankfurtDeutschlands Genossenschaftsbanken wehren sich weiter gegen die Pläne für eine europaweite Haftung für kriselnde Banken. „Es kann nicht darum gehen, europäische Großbanken auf Kosten von Regionalbanken zu entlasten“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, am Mittwoch in Frankfurt: „Wie sollen wir unseren Kunden und den 17,7 Millionen Mitgliedern erklären, dass wir hohe Risiken, die andere Banken in Europa eingehen, im Abwicklungsfall mitfinanzieren?“

Aus Sicht des BVR müssten die Beiträge zum Abwicklungsfonds nach den Risiken und der Größe des jeweiligen Kreditinstituts ausgerichtet werden: „Sonst finanzieren Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die in der Krise die Finanzmärkte stabilisiert haben, die Abwicklung ihrer europäischen nicht überlebensfähigen Konkurrenz.“

Im Dezember hatten sich die EU-Finanzminister auf einen Abwicklungsfonds für Banken geeinigt. Kernstück ist ein gemeinsamer Topf, der über maximal zehn Jahre hinweg mit Bankengeldern aufgebaut wird. Dieser Banken-Abwicklungsfonds soll am Ende bis zu 55 Milliarden Euro umfassen. Dadurch sollen Sparer besser geschützt und Steuerzahler bei Zusammenbrüchen von Geldhäusern geschont werden. Allerdings sind noch nicht alle Fragen geklärt.

Den eher konservativen deutschen Volks- und Raiffeisenbanken bescheren die turbulenten Zeiten an den Finanzmärkten indes einen großen Zulauf. Die Zahl der Mitglieder der deutschen Genossenschaftsbanken wuchs im vergangenen Jahr um mehr als 364 000 Menschen nach plus rund 350 000 im Vorjahr, teilte der BVR mit. „Eine schönere Bestätigung für unser Geschäftsmodell kann ich mir - ganz ehrlich - nicht vorstellen“, sagte Fröhlich. Seit der Lehman-Pleite Ende 2008 sei die Zahl der Mitglieder um 1,5 Millionen gestiegen.

Getragen vom Wachstum im Kundengeschäft stieg der Jahresüberschuss nach Steuern um 15,1 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Für 2014 erwarten die Genossenschaftsbanken aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase einen etwas geringeren Zinsüberschuss. Andererseits seien positive Impulse von der Konjunkturerholung zu erwarten.

Zu dem genossenschaftlichen Finanzverbund gehören unter anderem 1078 Volks- und Raiffeisenbanken, die Zentralinstitute DZ und WGZ sowie die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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