Volks- und Raiffeisenbanken wollen Marktanteil erhöhen: Genossenschaftsbanken setzen auf Bündelung eigener Kräfte

Volks- und Raiffeisenbanken wollen Marktanteil erhöhen
Genossenschaftsbanken setzen auf Bündelung eigener Kräfte

Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken werden sich nach Einschätzung ihres Verbandspräsidenten Christopher Pleister 2004 "mit relativ guten Aussichten im Wettbewerb positionieren".

HB BERLIN. Die Genossenschaftsbanken wollen in den kommenden Jahren ihren Marktanteil ausweiten, ihre Ertragskraft erhöhen und verstärkt fusionieren. Dank der anziehenden Aktienmärkte sowie niedrigerer Wertberichtigungen steigerten sie 2003 ihren Gewinn leicht.

„Wir sind der Auffassung, dass wir unseren Marktanteil ausbauen können und müssen“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. Es sei realistisch, bis 2010 den Marktanteil im Kundenkreditgeschäft auf 30 von derzeit 22,5 % zu erhöhen. Zudem will der Verbund bis dahin das Verhältnis der Kosten zu den Einnahmen (Cost-Income-Ratio), von aktuell 73 % auf 60 bis 65 % senken.

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland bleibe aber schwach und belaste etwa durch die anhaltende Pleitewelle die Kreditwirtschaft. „Das konjunkturelle Umfeld ist unser Ansicht nach weiterhin für Bankgeschäfte eher bedrohlich“, sagte Pleister. Vor allem wegen der günstigeren Lage am Aktienmarkt hätten die Volks- und Raiffeisenbanken 2003 ihren addierten Gewinn vor Steuern auf insgesamt 2,5 Mrd. € erhöht von 2,4 Mrd. € im Jahr davor. „Gemessen am Branchenmaßstab haben sich die Volks- und Raiffeisenbanken im Geschäftsjahr 2003 gut behauptet“, sagte BVR-Vorstand Hubert Piel. Nach vorläufigen Zahlen erzielten die Genossenschaftsbanken ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 4,9 (Vorjahr 4,7) Mrd. €.

In den nächsten drei bis vier Jahren wird es nach Worten Pleisters nur noch 800 bis 1000 der zurzeit knapp 1400 Genossenschaftsbanken geben. Im vergangenen Jahr hatte sich das Fusionstempo unter den Volks- und Raiffeisenbanken etwas verlangsamt; 97 Institute und damit 6,5 % weniger als 2002 schlossen sich zusammen. Mittelfristig erwartet Pleister auch eine deutliche Konsolidierung der Großbanken und Sparkassen. Der BVR sei gut gewappnet für die künftige Entwicklung und werde seine Risikosteuerung im Verbund verbessern.

Etwa zehn Prozent aller genossenschaftlichen Banken werden nach Verbands-Angaben vom BVR im so genannten Präventionsmanagement betreut, damit sie als Sanierungsfall nicht die Solidargemeinschaft in Anspruch nehmen müssen. Die nach Bonität gestaffelten Zahlungen der Institute für die Sicherungseinrichtung sollen nach BVR-Einschätzung im Zuge eines konjunkturell günstigeren Umfeldes langfristig sinken. Die Sicherungseinrichtung ist mit dem Einlagensicherungsfonds der privaten Banken zu vergleichen.

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