Vor dem Referendum
Deutsche Bank warnt Schottland

„Schottland: Falsche Richtung“. So lautet der Titel eines Papiers, mit dem die Deutsche Bank vor einer Abspaltung Schottlands von Großbritannien warnt. Die deutliche Antwort einer schottischen Zeitung kam prompt.
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DüsseldorfMit drastischen Worten beschreibt David Folkerts-Landau, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, die möglichen Folgen einer Abspaltung Schottlands vom Vereinigten Königreich. Er wählt dazu deutliche historische Vergleiche.

„Schottland: Falsche Richtung“ lautet die Überschrift des Papiers, das die volkswirtschaftliche Abteilung der Deutschen Bank zum Wochenende veröffentlichte. Und mit den enthaltenen Schlussfolgerungen löste das Institut heftige Reaktionen in Schottland aus. „Nein, danke“ druckte die schottische Zeitung „Daily Record“ am Samstag auf ihre Titelseite, um die Expertise des größten deutschen Geldhauses zu kommentieren.

Ein Sprecher des schottischen Finanzministeriums wies unmittelbar nach Erscheinen der Studie die Aussagen zurück. Mit einer Ja-Stimme am Donnerstag werde Schottland „ein stärkeres wirtschaftliches Fundament haben als jede Nation zuvor in der Geschichte“, so der Sprecher gegenüber der Zeitung „The Herald“.

Was hat diesen Trubel ausgelöst? Im Vorwort zu der Studie schreibt Deutsche Bank-Chefvolkswirt Folkerts-Landau, dass es „Zeiten gibt, in denen grundlegende politische Entscheidungen negative Folgen haben, die weite über das gehen, was sich Wähler und Politiker vorstellen können“. Die Abstimmung über die schottische Unabhängigkeit sei ein solcher Moment.

Folkerts-Landau zieht eine Parallele zu zwei Ereignissen, die ähnlich folgenschwer gewesen seien:

  •          Die Wiedereinführung des Gold-Standards durch den damaligen britischen Finanzminister Winston Churchill im Jahr 1925.

  •          Die restriktive Politik der US-Zentralbank in den frühen 1930er-Jahren, die zur sogenannten „Großen Depression“ führte.

Beide Entscheidungen hatten hohe Arbeitslosigkeit und Finanzkrisen zur Folge. Auch das Beispiel der Euro-Zone zeige, wie schwer es in der Euro-Krise Länder wie Irland oder Portugal hatten, die den Eindruck erweckt hätten, kurz vor dem Abschied aus einer starken Union zu stehen.

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Schottland – „ein Sklave der Zinssätze“

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