Vor Stresstest
Österreichische Volksbanken einigen sich mit Sberbank

Die Österreichische Volksbank will ihre Osteuropa-Tochter an die russische Sberbank verkaufen. Die Einigung kommt direkt vor den Ergebnissen des europaweiten Bankenstresstests.
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WienDie Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) und die russische Sberbank haben sich in Grundzügen auf den Verkauf der ÖVAG-Osteuropa-Tochter geeinigt. Das teilten beide Banken am Donnerstagabend in Wien mit. ÖVAG und Sberbank haben sich jedoch erst auf eine Grundsatzerklärung einigen können. Der tatsächliche Abschluss des Verkaufs soll spätestens bis zum Jahresende festgezurrt werden.

Die ÖVAG ist wegen der am Freitag zu erwartenden Ergebnisse der europaweiten Bankenstresstests unter massivem Zeitdruck. Dem Spitzeninstitut des österreichischen Genossenschaftsbereichs droht wegen seiner chronischen dünnen Kapitaldecke, dass es gleich bei seiner ersten Teilnahme am Stresstest durchfallen wird. Die Absichtserklärung über den Verkauf der Osteuropa-Tochter nach Russland  soll die Finanzmärkte beruhigen. Sberbank wird nach groben Schätzungen etwa 700 Millionen Euro für die Volksbanken-Tochter auf den Tisch legen. Damit hätte die ÖVAG einen Eigenkapitalquote (Core Tier 1) von mehr als fünf Prozent, die die Europäische Bankenaufsicht (EBA) zum Bestehen des neuen Stresstests vorschreibt.

Die ÖVAG ist selbst nur zu 51 Prozent an der Osteuropa-Tochter Volksbank International (VBI) beteiligt. Den Rest halten die DZ Bank und die WGZ Bank aus Deutschland sowie die französische Genossenschaftsbank BPCE. Auch sie werden ihre Anteile an die Sberbank abtreten. Die größte russische Bank verzichtet allerdings auf die Übernahme des rumänischen Teils der ÖVAG-Tochter. Die Sberbank will die Rumänien-Sparte nicht wegen derer hohen Verluste.

Auch zwei deutsche Mitgesellschafter haben ein großes Interesse daran, dass die ÖVAG nicht durch den Stresstest fällt. Die DZ Bank und die Ergo Versicherungen halten zusammen etwa 30 Prozent an der österreichischen Genossenschaftsbank. Ihre Anteile würden wahrscheinlich deutlich an Wert verlieren, würde die ÖVAG den Stresstest am Freitag nicht bestehen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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