Vor US-Gericht
Barclays droht Libor-Sammelklage

Der britischen Großbank Barclays droht wegen ihrer Verwicklung in die Libor-Manipulationen eine Sammelklage in den USA. Ein erster Erfolg für die Kläger – der Klage räumt die Richterin trotzdem keine großen Chancen ein.
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New YorkDer britischen Großbank Barclays droht wegen der Manipulationen am Referenzzinssatz Libor eine Sammelklage in den USA. Eine Richterin in Manhattan ließ am Donnerstag im zweiten Anlauf eine solche Bündelung von Klagen gegen die Bank zu. Die Vorwürfe der Barclays-Aktionäre ähnelten sich so stark, dass dies möglich sei.

Die Investoren werfen dem Unternehmen vor, mit den Libor-Manipulationen den Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Mit einer Sammelklage lassen sich in der Regel größere Summen mit geringerem Aufwand einklagen.

Richterin Shira Scheindlin zeigte sich aber skeptisch, ob es den Anlegern gelingen werde, konkrete Schäden nachzuweisen. Sie hatte die Sammelklage im ersten Anlauf 2013 noch abgewiesen, ehe das Berufungsgericht die Entscheidung aufhob und zurückverwies.

Die Anleger berufen sich darauf, dass der Kurs des Hinterlegungsscheins (ADS) von Barclays in New York an dem Tag, an dem die Bank ihre Verwicklung in die Libor-Manipulationen eingeräumt hatte, um zwölf Prozent eingebrochen war. Angeführt von zwei Pensionskassen argumentieren sie, dass Barclays seine Refinanzierungskosten durch die falschen Libor-Meldungen zu niedrig dargestellt hat.

Die Richterin betonte, es werde schwer sein zu belegen, dass der künstlich aufgeblähte Kurs gesunken sei, nachdem Barclays den Libor wieder korrekt gemeldet habe.

Die Bank wollte sich dazu nicht äußern. Das Finanzinstitut hatte sich 2012 als erste Bank mit den Behörden in den USA und Großbritannien auf einen Vergleich über 453 Millionen Dollar geeinigt. Barclays hatte zugegeben, den Libor zwischen August 2007 und Januar 2009 mit einem zu niedrigen Zinssatz gemeldet zu haben.

Mit diversen Behörden haben sich viele Banken bereits auf milliardenschwere Vergleiche geeinigt. Mit Klagen privater oder institutioneller Anleger droht nun aber eine weitere Welle auf die Institute zuzukommen.

In den Libor-Skandal sind weltweit mindestens 16 Geldhäuser verwickelt, darunter die Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, JP Morgan und die Bank of America. Einzelne Händler hatten sich bei der Festsetzung des Zinssatzes abgesprochen, um ihn in die gewünschte Richtung zu lenken und Handelsgewinne einzustreichen. Am Libor und verwandten Referenzzinsätzen hängen Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar, wodurch sich schon durch kleine Bewegungen hohe Gewinne erzielen lassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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