Vor Zerschlagung: Zukunft der WestLB ist weiterhin ungewiss

Vor Zerschlagung
Zukunft der WestLB ist weiterhin ungewiss

Das Pokern um die Zukunft des WestLB-Sparkassengeschäfts nach der Zerschlagung geht weiter. Im Gespräch ist die Eingliederung der sogenannten Verbundbank in die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).
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Frankfurt/DüsseldorfVier Monate vor der Zerschlagung der WestLB wird weiter um die Zukunft ihres Sparkassengeschäfts gepokert. Der Sparkassenverband Hessen-Thüringen bekräftigte am Montag seinen Willen zur Eingliederung der sogenannten Verbundbank in die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Der Geschäftsführende Verbandspräsident Gerhard Grandke stellte in Frankfurt aber klar: Die Helaba-Eigentümer seien nicht bereit, bei dem Geschäft draufzulegen.

Dem Vernehmen nach wollen die konkurrierenden Landesbanken ihren 250-Millionen-Anteil an der vereinbarten Kapitalausstattung der Verbundbank lieber in Form von Garantien als in Form von Kapital zur Verfügung stellen. „Wir übernehmen den Verbundteil der WestLB nicht, um ihn abzuwickeln, sondern um ihn fortzuführen. Dafür braucht man hartes Kernkapital - und das wissen alle Beteiligten“, betonte Grandke. „Wir fordern nichts nach, wir legen nichts drauf, wir nehmen nichts runter. Wir sind nicht auf dem Basar.“

Grandke forderte alle Beteiligten auf, sich an die vereinbarten Eckpunkte zu halten: Danach soll das WestLB-Sparkassengeschäft (Verbundbank) mit etwa 400 Arbeitsplätzen unter das Dach der Helaba schlüpfen. Dafür soll die Verbundbank mit einer Milliarde Euro Eigenkapital ausgestattet werden. Die Hälfte davon bringen die beiden Sparkassenverbände in Nordrhein-Westfalen auf, je 250 Millionen Euro kommen aus der Sparkassenorganisation und von den Landesbanken.

„Ich bin vorsichtig optimistisch, dass alle notwendigen Entscheidungen, auf welcher Ebene auch immer, noch rechtzeitig getroffen werden“, sagte Grandke. Der Plan der EU-Kommission sieht vor, die Düsseldorfer WestLB am 30. Juni 2012 zu zerschlagen. Die Bank hatte sich in der Finanzkrise mit Schrottpapieren verzockt und musste mit Milliardengarantien vor der Pleite gerettet werden.

„Wir sind bereit, uns auf dieses Projekt WestLB einzulassen und sind bereit, von unserer Seite alles zu tun, damit wir das hinbekommen“, sagte Grandke. Für die Helaba, die zu 85 Prozent den Sparkassen gehört, biete sich mit Hilfe der gut 100 Sparkassen in Nordrhein-Westfalen die Chance, „ihr risikoarmes Profil weiter zu schärfen“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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