Vorläufige Zahlen
Commerzbank startet überraschend stark ins Jahr

Die teilverstaatlichte Commerzbank ist mit einem Gewinnplus ins Jahr gestartet. Nach vorläufigen Zahlen stand im ersten Quartal ein Ergebnis von einer Milliarde Euro zu Buche. Die Aktie legt deutlich zu.
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Die anhaltende Konjunkturerholung hat der Commerzbank zu einem überraschend starken Jahresauftakt verholfen. Für das erste Quartal wies Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro aus. Das war deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als 771 Millionen verbucht wurden. Analysten hatten laut Thomson Reuters nur mit 890 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich verdiente die Commerzbank rund eine Milliarde Euro (Vorjahreszeitraum: 708 Millionen).

LBBW-Analyst Olaf Kayser lobte die Zahlen. "Was überzeugt, ist die deutlich gesunkene Risikovorsorge", sagte er. Weil es Unternehmen und Privatkunden im Aufschwung besser geht, konnte die Commerzbank rund 320 Millionen Euro weniger für faule Kredite zur Seite legen als noch vor einem Jahr. Nach Konzernangaben schlossen alle Segmente der Kernbank - Mittelstandsgeschäft, Investmentbank und Privatkundengeschäft - das erste Quartal positiv ab. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) lag per Ende März bei
rund elf Prozent.

Die Quartalszahlen dürften der Commerzbank den Rücken stärken bei dem Vorhaben, den Staat als Eigentümer bald abzuschütteln. Das Institut arbeitet derzeit mit einer Reihe von Kapitalmaßnahmen daran, bis Juni insgesamt 14,3 Milliarden der 16,2 Milliarden Euro an Stillen Einlagen des Bundes zu tilgen.

Börsianer nahmen die aktuellen Zahlen entsprechend positiv auf: Die Commerzbank-Aktie legte um rund drei Prozent zu auf 4,41 Euro und war größter Gewinner im Dax. „Das ist deutlich höher, als die Analysten im Schnitt erwartet hatten“, sagte ein Händler. Die Zahlen dürfte den Papieren der Commerzbank erst einmal Rückenwind geben, fügte er hinzu. Möglicherweise würden die Analysten nun auch für das Gesamtjahr zuversichtlicher und die Schätzungen für den operativen Gewinn anheben.

Im Gesamtjahr peilt Vorstandschef Martin Blessing nach früheren Angaben ein operatives Ergebnis deutlich über den 1,4 Milliarden Euro des vergangenen Jahres an. Einen detaillierten Ausblick dürfte er am Freitag geben, wenn nicht nur der vollständige Quartalsbericht ansteht, sondern auch die Hauptversammlung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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