Vorschläge der EU-Kommission Banken sollen faule Kredite leichter abbauen können

Ein ganzes Bündel an Maßnahmen präsentiert die Europäische Kommission, damit Europas Banken nicht erneut Berge an faulen Krediten anhäufen.
Update: 14.03.2018 - 16:22 Uhr Kommentieren
Abschreibungen, Gläubigerrechte, aber auch höhere Eigenkapitalanforderungen – die Mittel der Wahl, wenn es nach Brüssel geht. Quelle: Reuters
Die Europäische Kommission

Abschreibungen, Gläubigerrechte, aber auch höhere Eigenkapitalanforderungen – die Mittel der Wahl, wenn es nach Brüssel geht.

(Foto: Reuters)

BrüsselBanken in Europa sollen nach dem Willen der EU-Kommission faule Kredite künftig einfacher loswerden können. Außerdem soll verhindert werden, dass die Geldinstitute erneut Berge an ausfallgefährdeten Krediten anhäufen, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte. Damit die Regelungen in Kraft treten, müssen die EU-Staaten und das Europaparlament noch zustimmen.

Die faulen Kredite, sogenannte NPLs („non-performing loans“), stellen der EU-Kommission zufolge das größte Restrisiko für Europas Bankensystem dar. Als notleidend gilt ein Kredit, wenn fällige Tilgungen nicht mehr geleistet werden können.

Während der Finanzkrise waren viele Kreditnehmer nicht mehr in der Lage, ihre Darlehen zurückzuzahlen, etwa wegen dem Verlust ihres Arbeitsplatzes oder wegen Unternehmensinsolvenzen. In einigen EU-Ländern wie etwa Griechenland oder Italien ist der Anteil an faulen Krediten nach wie vor sehr hoch.

Zuletzt türmten sich in Europas Bankenbilanzen faule Kredite in Höhe von rund 910 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von etwa 4,4 Prozent an allen vergebenen Krediten. Zwischen den einzelnen EU-Staaten gibt es aber erhebliche Unterschiede.

Den mit Abstand höchsten Wert weist Griechenland mit rund 46,7 Prozent auf. Dahinter folgen Zypern, Portugal und Italien. In Deutschland sind es rund 2,1 Prozent. Aus Sicht der EU-Kommission hindern die Altlasten die Banken daran, Verbrauchern und Unternehmen neue Kredite vergeben zu können.

Im Einzelnen will die EU-Kommission unter anderem Sekundärmärkte stärken, auf denen Banken ihre notleidenden Kredite an Anleger oder Kreditdienstleister abstoßen können. Dazu soll es europaweit einheitliche Regeln geben. Beim Ausfall von Tilgungen sollen Geldinstitute außerdem von Unternehmen die Sicherheiten, die einem Kredit zugrunde liegen, sofort - und ohne Gerichtsverfahren - einziehen können.

Außerdem sollen Geldhäuser künftig neue unbesicherte Problemdarlehen binnen zwei Jahren und neue Darlehen, für die Sicherheiten gestellt worden sind, schrittweise binnen acht Jahren abschreiben, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte. Bislang gab es keine derartigen allgemeinen Fristen.

Aber auch die Eigenkapitalanforderungen will die Kommission erhöhen. Banken müssen in Zukunft weiteres Eigenkapital vorhalten, um bei der Vergabe neuer ausfallgefährdeter Kredite die Risiken abzudecken. Darüber hinaus gibt die EU-Kommission den Staaten „Blaupausen“ zum Aufbau nationaler Bad Banks an die Hand. Das sind Institutionen, die faule Kredite übernehmen, managen und Geschäfte damit machen.

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