Vorstand gewinnt Zeit zur Sanierung: Hypo-Vereinsbank bleibt Bonitätsherabstufung erspart

Vorstand gewinnt Zeit zur Sanierung
Hypo-Vereinsbank bleibt Bonitätsherabstufung erspart

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) kann aufatmen. Die Bekanntgabe des erneuten Milliardenverlustes hat nicht zu einer umgehenden Bonitätsherabstufung geführt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S &P) teilte am Freitag mit, dass die langfristige Bewertung weiterhin „A-“ betrage. Die Ratingagentur hatte die HVB im Januar auf die Beobachtungsliste genommen.

HB MÜNCHEN. Das zweitgrößte Geldinstitut in Deutschland hat damit eine wichtige Atempause gewonnen. Denn nun kann Konzernchef Dieter Rampl die Sanierung weiter vorantreiben und wie geplant die Kapitalausstattung verbessern. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursplus auf die Nachricht. Rampl hatte bereits am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz für 2004 mitgeteilt, er rechne nicht mit einer Herabstufung der Bonität durch S & P.

Die HVB hat für 2004 hohe Sonderwertberichtigungen für faule Immobilienkredite in Höhe von 2,5 Mrd. Euro vorgenommen. Die Bank weist deshalb für das letzte Jahr ein Minus von 2,3 Mrd. Euro aus. Die Eigenkapitalausstattung ist nun stark angegriffen. Finanzvorstand Wolfgang Sprißler hatte letzte Woche die aktuelle Kernkapitalquote der HVB mit nur noch 6,2 Prozent beziffert. Sechs Prozent gelten derzeit für Großbanken als Untergrenze für eine angemessene Kapitalisierung.

Die HVB will nun das Eigenkapital durch Gewinnthesaurierung wieder aufbauen. Gleichzeitig sollen Kreditportfolios verkauft werden. Die faulen Immobilienkredite von insgesamt über 15 Mrd. Euro sind derzeit bereits zu über 40 Prozent abgeschrieben. Analysten gehen deshalb davon aus, dass nun ein Verkauf ohne weitere Verluste und ohne weiteren Kapitalbedarf möglich ist. Dies hat offenbar auch zur positiven Entscheidung von S & P beigetragen. Zudem geht die Ratingagentur davon aus, dass die Bank ihr Eigenkapital schnell wieder aufbauen kann. Rampl hatte eine Kapitalerhöhung zuletzt mehrfach ausgeschlossen.

Eine Bonitätsherabstufung hätte die HVB in die B-Klasse geführt. Keine europäische Großbank verfügt derzeit über ein Rating im „B“-Bereich. Rampl hatte die höheren Refinanzierungskosten bei einer Herabstufung mit 50 Mill. Euro beziffert. Allerdings kann eine Großbank mit einem schlechten Rating lukrative Geschäft mit anderen Banken nur bedingt abwickeln. Dazu kommt ein Imageschaden. Citigroup nutzte am Freitag die positive Kursentwicklung und verkaufte HVB-Aktien. Angeblich wurden 4,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 17,70 Euro veräußert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%