Vorstandschef sieht die Politik am Zug: Sparkasse Düsseldorf plädiert für Großfusion

Vorstandschef sieht die Politik am Zug
Sparkasse Düsseldorf plädiert für Großfusion

Der Vorstandschef der Stadtsparkasse Düsseldorf, Hans Schwarz, hält die Bildung einer großen Metropolensparkasse in der Region für erstrebenswert. Um sich im internationalen Standortwettbewerb stärker zu profilieren, sollten Düsseldorf, Essen, Duisburg und Bergisches Land gemeinsam agieren, sagte Schwarz gestern vor Journalisten in Düsseldorf.

cd DÜSSELDORF. Zunächst müssten sich allerdings die politischen Kräfte zusammentun. Gefordert seien abgestimmte regionalwirtschafltiche Konzepte. Die Sparkassen hätten entsprechende Vorbereitungen für einen Zusammenschluss geleistet, sagte Schwarz. Im vergangenen Sommer hatten sich die Sparkassenchefs aus Düsseldorf, Essen, Duisburg und Wuppertal zu Sondierungsgesprächen über eine Fusion getroffen. „Was wir diskutiert haben, würde als Entscheidungsgrundlage für einen Zusammenschluss ausreichen“, sagte Schwarz.

Ein Zusammengehen galt zuletzt als gescheitert, nachdem sich Wuppertal für die Eigenständigkeit ausgesprochen hatte. Schwarz hält die Fusionsidee dennoch für lebendig. Man werde sich wieder treffen, wenn es von den Eigentümervertretern der Sparkassen entsprechende Signale gebe. Langfristig führt nach seiner Ansicht kein Weg an einer Konzentration bei den Banken und Sparkassen in Deutschland vorbei. „Da muss man in größeren Wirtschaftsräumen denken,“ sagte Schwarz. Einem Zusammenschluss mit der Sparkasse Köln-Bonn räumt er derzeit keine Chance ein. Ein Dreierzusammenschluss war im vergangenen Jahr gescheitert.

Selbst bei großen Fusionen könnte nach Ansicht von Schwarz die Identität der Sparkassen für die Bürger vor Ort erhalten bleiben. „Die Institute könnten weiter unter ihrem alten Namen operieren“, sagte Schwarz. Er räumte ein, dass die Bildung von Sparkassen-Holdings eine bessere Möglichkeit wäre. Dies gestattet das Sparkassengesetz in Nordrhein-Westfalen jedoch nicht. Und für eine erneute Änderung des Sparkassengesetzes gibt es im Sparkassenlager kaum Befürworter.

Hinsichtlich des Zeitpunktes einer Fusion gibt sich Schwarz gelassen. Schließlich sei die Stadtsparkasse Düsseldorf hinter der Hamburger Haspa die zweitrentabelste Sparkasse unter den zehn größten Häusern in Deutschland. Der Gewinn vor Steuern stieg 2004 voraussichtlich um zwölf Prozent auf 106,9 Mill. Euro.

Als Beleg der Stärke gab Schwarz auch das erstmals erfolgte Rating durch Moody’s bekannt. Die Agentur bewertete die Sparkasse mit der Bonitätsnote „Aa3“. Diese Bewertung hat unabhängig vom Wegfall der Staatsgarantien Mitte Juli bestand. Die wirtschaftliche Solidität der Sparkasse zeige sich in der Cost-Income-Ratio, also der Quote von Aufwand und Ertrag. Sie verbesserte sich von 60 auf 58,1 Prozent. Die Eigenkapitalrentabilität lag mit 16,3 Prozent deutlich über dem Zielwert der Sparkassen-Finanzgruppe von 15 Prozent.

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