Vorstandschef Sprießler will vor allem in Deutschland kräftig zukaufen. HVB plant Milliardenausgaben

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) will den Milliardengewinn aus der Übertragung der Osteuropageschäfte an den Mutterkonzern Unicredit nutzen, um vor allem die Expansion in Deutschland voranzutreiben. HVB-Vorstandschef Wolfgang Sprißler reicht das Wachstum aus eigener Kraft im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden nicht aus. „Wir wollen zukaufen, planen aber keine wilden Einkaufstouren“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

SINGAPUR. Sprißler zeigt großes Interesse an der Landesbank Berlin, die im nächsten Jahr für rund vier Mrd. Euro zum Verkauf steht. Aber auch in Regionen, wo die HVB nicht so stark aufgestellt ist wie im Süden Deutschlands und im Norden im Bereich der ehemaligen Vereins- und Westbank, will der Vorstandschef sein Institut verstärken. In den vergangenen Monaten bot die HVB bereits für die Berliner Bank und die Norisbank, zog aber in beiden Fällen den Kürzeren.

Die HVB erhält für den Verkauf des gut 75-prozentigen Anteils an der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) an Unicredit sowie für einige andere Beteiligungen rund 13,6 Mrd. Euro. Der Aufsichtsrat der HVB stimmte der Transaktion vergangene Woche zu, nachdem der Verwaltungsrat von Unicredit den Kauf bereits abgesegnet hatte. Den Buchgewinn aus der Transaktion beziffert Sprißler auf rund 6,5 Mrd. Euro. Da die Beteiligung in den letzten Jahren der Ertragsbringer der HVB war und im vergangenen Jahr etwa die Hälfte des Betriebsgewinns beisteuerte, müssen die Münchener hochrentierlichen Ersatz finden, damit die Eigenkapitalrendite nicht fällt. Das Geld steht nach der Zustimmung der Aktionäre auf der außerordentlichen Hauptversammlung Ende Oktober voraussichtlich zum Jahresende zur Verfügung. Der HVB-Chef will die Mittel in den nächsten zwei bis drei Jahren investieren.

Sprißler rechnet damit, dass er bei der Landesbank Berlin in harter Konkurrenz nicht nur zu heimischen Banken wie der Commerzbank steht, sondern dass auch viele ausländische Institute und Finanzinvestoren zugreifen wollen. Er zeigt sich aber nicht bereit, einen politischen Preis zu bezahlen, wie das bei der Berliner Bank der Fall gewesen sei. Hier hatte die Deutsche Bank den Zuschlag erhalten.

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