Vorsteuerrendite von 25 Prozent ist das Mindeste: Ackermann verteidigt Stellenabbau bei der Deutschen Bank

Vorsteuerrendite von 25 Prozent ist das Mindeste
Ackermann verteidigt Stellenabbau bei der Deutschen Bank

Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hält die Streichung von tausenden Jobs für notwendig. Er sei zu ehrlich, um das zu verschweigen und um weiterzumachen wie bisher.

HB BERLIN. Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann hat die jüngst angekündigten Stellenstreichungen gegen Widerstand verteidigt. «Vielleicht bin ich ein zu ehrlicher Mensch», sagte er dem Magazin «Spiegel» und erklärte, er habe darauf hinweisen müssen, «dass es so nicht weitergeht und dass wir besser werden müssen, um mit den erfolgreichsten ausländischen Konkurrenten mithalten zu können.»

Ihm missfalle der Stellenabbau zwar auch. «Aber um sozial zu sein, muss man wettbewerbsfähig sein.» Nach intensiver Prüfung sei das Institut deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dass trotz eines Milliardengewinns mittelfristig 6400 Stellen abgebaut werden müssten. Es habe im Bankgeschäft Produktivitätsfortschritte gegeben, die deutlich weniger Personal erforderlich machten. In den kommenden 24 Monaten werden allerdings nur 1900 Stellen gestrichen, versicherte Ackermann.

Zugleich verteidigte Ackermann sein Ziel, die Vorsteuerrendite kräftig zu steigern: «25 Prozent vor Steuern ergeben in Deutschland 16 Prozent nach Steuern. Das ist heute das absolute Minimum, die besten Banken liegen weit darüber», sagte der Chef der Frankfurter Bank. Die Marge sei auch langfristig realistisch, weil Bankgeschäfte heute einen geringeren Kapitaleinsatz erforderten.

Überdies schloss Ackermann sowohl eine feindliche als auch eine freundliche Übernahme der Deutschen Bank aus. Eine feindliche Übernahme verprelle die Kunden und Mitarbeiter. Gegen eine freundliche Übernahme spräche eine zu hohe steuerliche Belastung, die Arbeitnehmermitbestimmung und die zu gering ausgeprägte Aktienkultur.

Ein gleichberechtigter Zusammenschluss sei ausgeschlossen, weil keine Großbank derzeit zu bewegen sei, ihren Sitz in Frankfurt zu nehmen. «Wir müssen alles dafür tun, dass die Holding eines fusionierten europäischen Unternehmens in Deutschland sitzt», betonter der Bankchef.

Die nationale Konsolidierung unter den Großbanken seien gescheitert, weil die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken unter sich bleiben wollten. Die sich bietende Gelegenheit einer Fusion mit einer privaten Geschäftsbank habe aber frühzeitig abgebrochen werden müssen. «Innerhalb von 24 Stunden stand alles in den Medien, alles wurde zerredet.»

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