Vorwurf der „sexuellen Diskriminierung“: Deutsche Bank wird von Mitarbeiter verklagt

Vorwurf der „sexuellen Diskriminierung“
Deutsche Bank wird von Mitarbeiter verklagt

In London bahnt sich der nächste Fall eines Bankers an, der seinen hochkarätigen Arbeitgeber verklagt. Diesmal trifft es die Deutsche Bank. Anders als in den Fällen zuvor, als vornehmlich Frauen gegen tatsächliche oder vermeintliche sexuelle Diskriminierung vorgingen, wehrt sich diesmal ein Mann.

LONDON. Sid Saeed arbeitet seit 1998 bei der Deutschen. Der Mann aus Pakistan wird bis zum Vize-Präsident befördert. Damit erklimmt er einige Sprossen der Karriereleiter, liegt in der Hierarchie aber noch relativ weit unten. Saeed ist homosexuell. Nach eigenen Angaben hat er seine sexuelle Orientierung seinem Arbeitgeber gegenüber stets geheim gehalten. Das ändert sich auch nicht, als ihm ein Kollege von einem Dinner erzählt, an dem eine Reihe fremden- und homosexuellenfeindlicher Sprüche eines Vorgesetzten fallen. Der Kollege jedoch kündigt, und verklagt die Bank wegen des Vertrauensbruchs, der zu seiner Resignation geführt hat.

Saeed wird in diesem Zusammenhang ebenfalls von den Anwälten der Bank gefragt – danach beginnt in seinen Augen der Abstieg. Saeeds Sexualität wird fortan zum Thema. Er muss sich von Vorgesetzten herabwürdigende Sprüche anhören. Er wird nahezu systematisch von seinen Aufgabenfeldern zurückgezogen. Auch wird er nicht mehr befördert. Der einstige „Highflyer“ verliert drastisch an Gewicht, am Ende will er sich gar das Leben nehmen.

Die Deutsche Bank wehrt sich „deutlich“ gegen die Vorwürfe. „Wir unterstützen ein offenes Arbeitsumfeld und die Vielfalt und Expertise unserer Angestellten, um unseren Kunden hervorragende Leistungen zu bringen“, heißt es in einer etwas länglichen Stellungnahme. Mitarbeiter verwiesen gestern zudem auf den guten „Track-Record“ des Instituts. Man biete seinen Mitarbeitern verschiedene Netzwerke, für Homosexuelle ebenso wie für Frauen und Eltern. Auch habe die Bank schon diverse Würdigungen für ihre Toleranz bekommen, nicht zuletzt vor drei Jahren den Max-Spohr-Managementpreis der „Gay Manager“ in Deutschland.

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