VR Bank Nürnberg
Kündigungen von gut verzinsten Sparverträgen zurückgenommen

Die VR Bank Nürnberg wollte rund 500 attraktiv verzinste Sparverträge loswerden. Jetzt nimmt sie die Kündigungen zurück. Ein kleiner Triumpf für Verbraucherschützer. Doch es gibt noch viel mehr strittige Fälle.
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Frankfurt So einfach geht es nicht: Die Volksbank Raiffeisenbank (VR Bank) Nürnberg hatte Ende vergangenen Jahres eine Reihe gut verzinster und eigentlich langlaufender Sparverträge gekündigt. Das Geldhaus wollte die Verträge zum 31. Dezember 2016 beenden. Das Vorgehen rief Verbraucherschützer auf den Plan. Sie hielten die Kündigungen für rechtswidrig und mahnten die VR Bank deshalb Mitte Dezember ab.

Jetzt hat das genossenschaftliche Kreditinstitut reagiert. Es nimmt die ausgesprochenen Kündigungen zurück. Für die Verbraucherschützer ist das ein Erfolg – zumal auch andere Geldhäuser attraktiv verzinste Sparverträge gekündigt haben. „Verträge sind einzuhalten. Ansonsten müssen sich Banken und Anbieter – wie im Fall der VR Bank Nürnberg – vorwerfen lassen, dass sie das entgegengebrachte Vertrauen der Kunden missbrauchen“, sagt Benjamin Wick, Referent Geldanlage und Altersvorsorge beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Der Marktwächter Finanzen ist das Frühwarnsystem der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Kündigungen betrafen rund 500 Kunden, ein Teil davon wendete sich an die Verbraucherschützer. Konkret geht es um zwei Typen von Sparverträgen, den „VR Sparplan 3+“ und den „VR Sparplan 4+“: Sie sehen eine Verzinsung der Guthaben von mindestens drei sowie mindestens vier Prozent im Jahr vor – eine attraktive Rendite angesichts der aktuellen Minizinsen.

Beworben hatte die Bank die Verträge damit, dass Kunden die „garantierte Verzinsung bis zu 25 Jahre lang nutzen“ könnten. Sie rechnete zudem vor, wie sich das Vermögen binnen 25 Jahren bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro entwickeln würde. Auch in den Sparverträgen selbst, die den Verbraucherschützern vorliegen, ist die letzte Ratenzahlung nach 25 Jahren vorgesehen.

Dabei begründete VR Bank Nürnberg die Kündigungen mit den Niedrigzinsen und dem Strafzins der Europäischen Zentralbank. Sie verlangt von Geschäftsbanken, die kurzfristig Geld bei ihr parken, eine Gebühr von 0,4 Prozent. Deshalb sehe man „im Sinne aller Teilhaber und Kunden leider keine andere Möglichkeit, als von unserem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen“, so die Bank in ihren Kündigungsschreiben an zumeist private Kunden.

Bei der Kündigung beriefen sich die Nürnberger auf „Sonderbedingungen für den Sparverkehr“, die es 2012 einführte. Diese sehen für Spareinlagen eine Kündigungsfrist von drei Monaten vor. Genau dem widersprechen aber Verbraucherschützer.

Das Umschwenken erklärt die Bank nun damit, dass sie das „Thema vom Tisch“ haben wolle, wie Vorstandschef Dirk Helmbrecht der „Süddeutschen Zeitung“ sagte. Er tue dies vor allem aus „Reputationsgründen“. Finanziell geht es für das Geldhaus um keine große Summe. Die Zinskosten beziffert es derzeit auf 200.000 Euro pro Jahr.

Der Fall erinnert der Fall an einen Streit in Ulm, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Die Sparkasse Ulm hatte Tausende Kunden aus teils noch langlaufenden, attraktiv verzinsten Sparverträgen gedrängt. Rund zwei Jahre lang zoffte sie sich mit einigen Kunden um die „Scala“-Sparverträge. Anfang dieses Jahres einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich aber erst, nachdem das Geldhaus vor dem Oberlandesgericht Stuttgart eine Niederlage kassiert hatte.

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Auch die Sparkasse Ulm lenkte ein

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