Wall Street Rekordsumme für die Lobby-Arbeit

Zwei Milliarden Dollar – soviel hat die US-Finanzbranche in den vergangenen zwei Jahren für Lobbyarbeit ausgegeben. Ziel waren vor allem eine Deregulierung der Finanzmärkte und Wahlsiege der Republikaner.
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Die US-Finanzbranche hat in den vergangenen zwei Jahren eine Rekordsumme für Lobbyarbeit investiert – und ist mit dem Ergebnis bislang zufrieden. Quelle: AP
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Die US-Finanzbranche hat in den vergangenen zwei Jahren eine Rekordsumme für Lobbyarbeit investiert – und ist mit dem Ergebnis bislang zufrieden.

(Foto: AP)

WashingtonDie US-Finanzbranche hat einer Studie zufolge in der Hoffnung auf eine Aufweichung der Regulierung Rekordsummen in die Lobby-Arbeit gesteckt. In den vergangenen zwei Jahren habe der Sektor insgesamt zwei Milliarden Dollar für politische Aktivitäten ausgegeben, zeigte eine Untersuchung der Interessengruppe Americans for Financial Reform. Darin seien 1,2 Milliarden Dollar an Wahlkampfspenden enthalten.

Auf jedes Kongress-Mitglied seien so rechnerisch 3,7 Millionen entfallen. Das sei der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1990. Die Lobby-Ausgaben von Wells Fargo, Citigroup, Prudential Financial und Goldman Sachs hätten jeweils mehr als zehn Millionen Dollar betragen.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Die Wall Street macht sich dafür stark, dass die im Zuge der weltweiten Finanzkrise verschärften Auflagen zurückgefahren werden. Würden die Forderungen erfüllt, könnten schätzungsweise bis zu 218 Milliarden Dollar frei werden, die an Aktionäre weitergereicht oder in den Banken investiert werden könnten.

Die Branche hatte dabei insbesondere auf Erfolge der Republikaner gehofft. Nach seinem Wahlsieg hat der neue Präsident Donald Trump bereits angekündigt, die Regulierung teilweise zurückzudrehen.

Die Experten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die großen Geschäftsbanken deutlich von den Änderungen profitieren werden, die Trump und der republikanisch dominierte Kongress voraussichtlich auf den Weg bringen werden. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die unter dem Schlagwort Dodd-Frank bekanntgewordene Finanzreform komplett rückgängig gemacht werde.

  • rtr
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